Lesung: Inga Hetten in Grevenbroich

27. Januar 2012

Letzten Sonntag haben neun Autor/inn/en, Herausgeberin Andrea Heinrich und Liedermacher Andreas Gers in der Stadtbücherei Gre­venbroich die Anthologie Unterwegs vorgestellt. Genau die richtige Unterhaltung für einen stürmischen Regentag im Januar.

Mehr dazu:

  • Fotos zu Lokalität und Aufbau
  • Unterwegs, vorgestellt auf netzkritzler.de
  • Nachbericht von Harry Michael Liedtke auf lokalkompass.de – ihm war meine Abwandlung im Foto von Regina Schleheck ein Gewinnspiel wert. Sie sehen im Beitrag auch einige meiner Fotos, die ich als Ausschuss aussortiert1 hatte.
  1. … und ihm als sneak preview gesendet []

Hettenwerkportrait

27. Januar 2012

Vor allem bei Facebook tauchen immer wieder sehr üble Fotos von mir auf. Von Lesungen. Bis auf eins oder zwei sind sie ätzend, grauenhaft!1 Mich verlangt es daher nach einer eigenen Version meiner Visage. Ich bin kein Liebgesicht, war nie eins, hab’ mich schon vor Zeiten daran gewöhnt. Nur: Daheim im Blog will ich auf vertraute Weise hässlich sein.

Die Aufnahme ist sofort nach dem Aufstehen entstanden. Vom Futon geklettert, noch nicht ganz wach, Kamera gekrallt, vor den Spiegel gewankt. Ungewaschen, ungekämmt, un-was-nicht-alles. Nein, das Hettenwerk schaut da nicht drein wie kurz vorm Heulen. Es grinst sich vielmehr einen ab. ICH grinse mir einen ab. Und die tote Kuh, die lacht dazu.

Uh, oh. Da schaut Sie keine schöne Frau an, was? Auch nicht die Jugend. Trotzdem gefällt mir2 mein zerknautschtes Frühgesicht um Längen besser als die krass hässlichen Dinger, die andere von mir schießen. Und offensichtlich für vorzeigbar halten. So seht Ihr das Hettenwerk? Argh. Kameras hassen mich. Es sei denn, sie begegnen einem Zauberspiegel.

  1. Von meinem Vortrag sind die Leute meist recht angetan, um das mal erwähnt zu haben. []
  2. Die sowas täglich im Spiegel antrifft []

Stadtbücherei Grevenbroich

24. Januar 2012

Am 22. Januar hat Andrea Heinrich neun Autor/inn/en und einen Barden versammelt, um die Anthologie Unterwegs zu präsen­tieren. Anbei meine Fotos zur Lokalität.

Mehr dazu:

Zugenkuss

23. Januar 2012

Sonntagabend, Köln Hauptbahnhof …

Unterwegs

22. Januar 2012

All die Städte
Durch die ich ständig fahre
Köln und Bonn
Koblenz, Duisburg, Wuppertal
Und Essen.

All die Ziele
Die jene Züge haben
Luxemburg,
München, Hamburg, Stuttgart, Leer
Und Emden

All die Menschen
In diesen vielen Wagen
Und ungezählt an Gleisen
Sie warten
Und reisen

An Teffs Grab

20. Januar 2012

Auf dem Trierer Paulinfriedhof bei strömendem Regen, wie oft schon bin ich hier durchgelaufen. Einkäufe im Rucksack und Dagmar im Sinn. Habe mir vorgestellt, wie ich mich mit ihr darüber kaputtlache, dass ich ihr Grab nicht finde. Ja, sie hätte gelacht über sowas. Dagmar war Stammgast unserer Kneipe, sie hat nur einen Häu­serblock vom Friedhof entfernt gewohnt.

Das heute ist etwas anderes. Von Dagmars Beerdigung hatte ich erst im Nachhinein erfahren, sonst wüsste ich, wo ihre Urne ruht.1 Teff dagegen habe ich auf dem letzten Weg begleitet. Ohne seine Freunde wirkt der Friedhof kleiner, ich laufe an der richtigen Reihe erst vorbei. Das schmale Grab finde ich sofort, es ist noch immer von Kränzen, Sträußen und Gestecken bedeckt.

Am 28. Dezember 2011 ist Teff beerdigt worden, der Trauer­schmuck sieht kaum welk aus. Die lindgrüne Karte, das Gesteck aus Fichtenzweigen – perfekte Konturen, wie frisch aus der Gärtnerei gebracht. Sind die beiden Rosen wirklich schon drei Wochen alt? Vielleicht liegen sie erst seit kurzem hier, wie die Kränze mit den Schleifen: Weiß und lila, leuchtende Farben, im Wind umgeklappt und nass verklebt vom Regen.

Die Pflanzen verdecken den amtlichen Namen, diesen befremdlichen „Helmut“ auf dem Holzkreuz. Ich möchte es abstreifen, das trösten­de Grün, um zu sehen, ob nicht doch irgendwo „Teff“ steht. Warum darf er im Tod nicht heißen wie er für so viele hieß? Warum ist mir sein Name wichtig? Ich will die Karte lesen, die Schleifen wenden und nachsehen. Es kommt mir unpassend vor. Eine Spinnerei, wie die Suche nach Dagmars Grab.

  1. Ich weiß nicht mal sicher, ob sie wirklich dort bestattet worden ist. []

Lesung: Inga Hetten in Mülheim (Ruhr)

20. Januar 2012

Von dunklen Schatten. Fünf Autoren berichten von denen, die an uns nagen. Lesung mit Inga Hetten, Dirk Juschkat, Robert Königshausen, Harry Michael Liedtke und B. A. Moon alias Armin Rudziok.

Tags darauf lasen wir in gleicher Besetzung im Gladbecker Café Stilbruch. Ich habe dazu einen Text in der Mache.1

Mehr dazu:
Nachbericht von Julia Röken
Nachbericht von Halina Monika Sega

  1. Eine Spülschicht hat interferiert und seine Fertigstellung verzögert. []

Wo die Wolken wachsen

17. Januar 2012

Wolkenmacherei in Gladbeck, links die Wirtschaftsgebäude.

Achtung, manchmal streikt die Galerie. Richtig ist ein großformatiges Foto mit Untertitel und verdunkelter Umgebung.

Inga Hetten liest III

15. Januar 2012

In Mülheim an der Ruhr und in Gladbeck.

Hallo wach? Ich auch! Sie lesen einen getimten Beitrag. Sitze im Zug, in gut drei Stunden geht es los in Mülheim. Fünf Autoren treten auf, ich lese Die Kasch-Esser, eine Kurzgeschichte zum gleichnamigen Romanprojekt:

Sie nennen sich „die Nehmer“. Sie leben vom Drogenhandel und der Lebenszeit ihrer Opfer. Die New Wave – Bewegung der 80er Jahre kommt ihnen als Tarnung gelegen. Ihre Droge wirkt umgekehrt aphrodisierend – wer davon isst, wird sexuell interessant für Zielobjekte.

Ankündigung bei lokalkompass.de

Verlag Torsten Low: Die Klabauterkatze

14. Januar 2012

Kurztexte mag ich nicht sonderlich.1 Kaum hat die Geschichte an­gefangen, schon ist sie vorbei. Doch im Dezember 2010 ergab sich, dass ich mein von Natur aus schiefes Gerippe sechsmal in Folge zum meistbesuchten Arzt der Stadt expedieren musste. Therapie auch genannt.

Selbige manifestierte sich in Form von Stahlnadeln in meinem Rücken2 und verlieh dem bereits vorhandenen Schmerz eine neue Dimension. Zu dieser erquicklichen Folter schien mir die jüngst erschienene Anthologie aus dem Low-Verlag hervorragend zu passen. Im Wartezimmer begann ich zu lesen …

Cover der Anthologie, Schrecken in Blau

Die Sammlung heißt Die Klabauterkatze, sie bietet siebzehn Ge­schichten von fünfzehn Autor/inn/en. Auf Seite 120, nach fünf Horrorstories, nahm ich erstmals wieder bewusst die Umgebung wahr. Mir fiel auf, dass sich die Besetzung des Wartezimmers vollständig geändert hatte. Zwei Stunden waren vergangen – mich dünkt, Shortstories sind eine ideale Arztpraxenlektüre.3

Dabei gefallen mir durchaus nicht alle Geschichten. Eine lehnt sich für meinen Geschmack gar zu sehr an Lovecraft an. Eine erscheint mir unlogisch. Eine ansonsten herrliche arbeitet leider mit dem Stilmittel des Verschweigens. Eine erzählt mir zu verschachtelt.

Eines aber haben fast alle gemeinsam: Die Gnadenlosigkeit. Etliche bringen ihre Protagonisten in eine entsetzliche Situation mit gewisslich üblem Ausgang. Und überlassen es dem Leser, sich selbigen bunt auszumalen. Was er unweigerlich tut, ich zumindest. Autoren? Sadisten … übelste Fantasien ruften sie in uns wach! Der Jury muss beim Lesen der Wettbewerbsbeiträge angst und bange geworden sein. Wen hatte sie da auf sich aufmerksam gemacht?

Ach was. Der Torsten Low Verlag ist mit Horror so leicht nicht zu erschüttern, souverän legt er der geneigten Leserschaft seine Auswahl vor. Mit passendem Cover von Chris Schlicht4 und in optimaler Reihenfolge: Highlights wechseln mit gemäßigteren Bege­benheiten. Zur Erholung, zum Atemschöpfen – Gothseidank. Ohne diese ruhigeren Lesestrecken wäre ich bei einer der so hektisch wie unerwartet losbrechenden Umblätterserien der rechts von mir wartenden Dame schreckensstarr vom Stuhl gefallen.
Oder ich hätte ihr – je nach Story – das Nichtlesemagazin zerfetzt, mit Schaum vorm Maul und drei bis sieben spontan produzierten Tentakeln.

Ein interessanter Aspekt dieser Anthologie: Die von mir als schwach empfundenen Geschichten werden woanders als die besten gelobt. Ich mag aus den unterschiedlichsten Gründen Die Klabauterkatze (Arndt Ellmer), Der Fang (Benjamin Nemeth), Fleischmanns Trophäe (Jan-Christoph Prüfer), Treibgut (Carsten Steenbergen), Faust­pfand (Matthias Töpfer), Das Knusperhäuschen (Matthias Töpfer), Krieg der Kraken (Samuel White).

Ja, das sind viele. Und das ist noch die strenge Auswahl, mich hat noch mehr unterhalten. Andernfalls hätte ich an jenem Höllentag beim Orthopäden sicherlich eine Stunde früher bemerkt, dass ich vergessen worden war.5

Mehr dazu: Thomas Backus

  1. Ja, Sie lesen richtig. Inga Hetten, Verfasserin von Kurztexten, arbeitet lieber an ihren Romanprojekten. []
  2. Genauer gesagt wurde mit einem Nadelkissen auf mich eingehämmert, nach Hindurchjagen von elektrischer Energie. Nennt sich „Strom-Baunscheidt“ []
  3. Außerdem geeignet, um die Facetten eines Autors zu erkunden, neue Autoren zu entdecken … aber das wussten Sie ja schon. Wollte es nur nochmal erwähnt haben. []
  4. Ich mag’s. Genial gut gefiel mir ihre Gestaltung des Vorgängers „Metamorphosen“. []
  5. Diesen ersten, insgesamt fünf Stunden umfassenden Besuch in einer hochfrequentierten und beklemmend weitläufigen Arztpraxis werde ich ein andermal beschreiben. []

Lesung: Inga Hetten in Gladbeck

12. Januar 2012

Die zweite Vorstellung unserer Glücksanthologie Der himmelblaue Schmengeling, nach der Bochum-Lesung (August 2011) diesmal im Café Stilbruch zu Gladbeck. Zwei Autorinnen hatten sehr kurzfristig abgesagt, deshalb haben wir den Abend zu dritt bestritten.

Harry Michael Liedtke stellte uns der Reihe nach vor: Heike Wulf, die Organisatorin der Lesung, und die beiden Schmengeling-Autoren Inga Hetten und Stefan Barz. Heike1 machte den Opener mit Der himmelblaue Schmengeling von Susan Obando Amendt. Mir gefällt immer wieder die Doppeldeutigkeit des Buchtitels: Da ein Schmengeling ein Glücksbringer ist, ist dies selbstredend auch eine Eigenschaft des gleichnamigen Büchleins.

Auf diese heitere Episode folgte Durchzug von Klaus Brunn, gelesen von Heike Wulf. Eine Story mit blitzartiger Wende im letzten Satz. Stefan Barz trug sein Werk Klassenzimmer vor, das ähnlich strukturiert ist. Dazu passte recht gut meine Story Das Redetalent,2 mit der ich Teil eins der Lesung abschloss

Nach der Pause erheiterte uns Heike Wulf mit Dat Glück is mit die Doofen von Regina Mengel. Sie hatte ihren Spaß am Vortrag, das übertrug sich. Obwohl ich den Text inzwischen gut kenne, musste auch ich wieder lachen. Abschließend trug ich vertretungsweise Auf der B 619 von Friederike Stein vor. Eine ergreifende, in genau richtiger Dosierung auch skurrile Geschichte.3 Dann moderierten Harry und Heike den Leseabend ab, denn Heike musste zum Zug.

Nachtrag: Entgegen anderslautender Nachberichte habe ich nicht spontan eine eigene, nicht im Schmengeling veröffentlichte Geschichte gelesen.4 Wir erfuhren erst abends, dass eine weitere Autorin kurzfristig abgesagt hatte. Ich hätte gern noch etwas aus dem Schmengeling vorgetragen, auch in Heikes Abwesenheit. Doch so spontan ist mir das allein schon aus sehtechnischen Gründen nicht möglich.5

  1. Sie hat im Hintergrund bei der Herausgabe der Anthologie mitgewirkt. []
  2. Die eigentlich Sommer heißen sollte, was mir nach wie vor besser gefällt. []
  3. Die ich auf Heikes Anfrage hin kurzfristig eingeübt hatte. []
  4. Harry hat das nicht richtig mitbekommen, er kann schließlich nicht überall sein. Er hat es inzwischen geändert. []
  5. Ich muss mir die Texte zum Lesen ausdrucken, außerdem das Lesen einüben. []

Reiseimpressionen

10. Januar 2012

… vom 09./10. Januar 2012.

Inga Hetten liest II

9. Januar 2012

In Gladbeck.

Werte Leserinnen und Leser,
im Hettenwerk addieren sich derzeit stundenlange Bahnreisen1 mit stundenlangen Verspätungen zu stundenlangen Spülschichten und stundenlanger Arbeit an Fotos und Beiträgen. Die restliche Zeit verbringe ich auf Lesungen oder mit Schlafen, schreibe keine Zeile. Unhaltbarer Zustand! Von Gladbeck wird es daher keine Fotos geben.

Update: Eine kleine schwarze Kamera hat sich ins Gepäck gemogelt und fast unbemerkt doch ein paar Fotos mit nach Hause gebracht …

  1. Zum Beispiel fahre ich derzeit nach Gladbeck, mit zweimal Umsteigen dauert das fünf Stunden. []

Lesung: Inga Hetten in Bochum

8. Januar 2012

Bochum, Kortumstraße, Mayersche Buchhandlung. Open Wort – Cafe mit Heike Wulf.

Heike Wulf gab die Lesereihenfolge vor, wir lasen insgesamt sieben Geschichten. Mir hat der Sichtwechsel in Carsten Kochs Story von Peter großen Spaß gemacht, außerdem einige der Bilder in Mariusz Latas Beiträgen. Letztere hätte ich gern zum Nachlesen-in-Ruhe vorliegen, während erstere1 genial ankommt beim Vortrag. Nachlesen würde mir hier eher den Spaß verderben.

Auf dieser Lesung begegnete mir erstmals ein neuer Aspekt: Mein Gehör leistet bei mancher Stimmlage in Kombination mit randlichem Sitzplatz noch weniger als sonst. Zum Siegerbeitrag des Autorinnenduos Nadine d’Arachart/Sarah Wedler kann ich daher leider nichts sagen.2 Das konzentrierte Zuhören war anstrengend nach vier Stunden Dortmund bei Orkan und Regen. Als sich der Vortrag über die von mir erwarteten fünf Minuten hinauszog,3 habe ich abgeschaltet und vermutlich eine geniale Story verpasst.4

Nachtrag: Peter ist Paul! Sorry. ;)

  1. Nein, ich schreibe das NICHT mit großem Anfangsbuchstaben. Keine Idiotien der Räschd Schraip-Refohrm im eigenen Blog. []
  2. Keine Ausrede, ein Faktum. Ich muss allerdings zugeben, dass ich helle Frauenstimmchen nicht gut verknusen kann. []
  3. Teilnehmer des Open-Wort Café dürfen zwei Texte à fünf Minuten oder einen zehnminütigen mitbringen. Trotz quadratmetergroßer Programmtafel ist mir nicht aufgefallen, dass Sarah Wedler nur einmal lesen würde. []
  4. Die Stimmen auf der Tafel mit der Siegerauswertung liefern eine eindeutige Aussage. []

Lesung: Inga Hetten in Dortmund

7. Januar 2012

Dortmund, Schillingstraße 36, KT-Zentrum.1 Am 04. Januar 2012 lasen vier Autorinnen Texte zum Jahreswechsel.

Unsere Zuhörerinnen und Zuhörer geizten nicht mit Applaus und gaben überdies persönlich Feedback. Ein Abend, so kurzweilig, dass ich nicht mal dazu kam, einen Wein zu trinken. Draußen Sturm und Regen, drinnen gut geheizt. Fast zu gut – am 18. Januar erwartet Sie zum Ausgleich Arschkalt und andere Boshaftigkeiten mit Carsten Koch.
Anbei das Programm bis Juni 2012.

  1. Zentrum für Kreativität und Therapie []