Memo: Entwicklung von Symptomen – akute Sarkoidose im Anmarsch?

[Vorgeschichte: Akute Sarkoidose im Juli 2007 vom Hausarzt diagnostiziert, ohne Medikation ausgeheilt nach Aufgabe der Stelle als Gastwirtin im Kneipenkollektiv. Befund "geheilt" im Februar 2008.]
Februar 2010: Untersuchung beim Lungenfacharzt, alles in Ordnung. Muss erstmals erst in zwölf statt in sechs Monaten wiederkommen
Mitte März: Nehme Vollzeitstelle als Küchenhilfe an. Bin dort schon seit Ende Oktober 2009 Minijob-Spülhilfe. Hatte den Lungenfacharzt bei der ersten Stelle als Spülhilfe gefragt, ob mir die Spüldämpfe und verqualmten Personalräume dort schaden könnten. Nein, meinte der Arzt, auf Dauer schade das Spülen allenfalls den Bronchien. Habe trotzdem wegen Dauerkopfweh kündigen müssen, nach fünf Monaten (Dez 2008 – April 2009).
Ende März: Empfinde die Vollzeit zunehmend als superb anstrengend. Die Hiobsbotschaft von Mohicains Sturz schockiert mich nachhaltig. Bitte den Chef erst um Reduzierung der Wochenstunden. Dann um Rückkehr zur Spüle statt Küchenarbeit, als ich erkenne, dass ich diese Aufgabe nicht bewältigen kann. (Die Samstage sind extrem stressig, da kann ich zu meinem eigenen Schrecken nicht mithalten.) Beides wird mir umgehend gewährt. Halte das Versagen im Stress nicht für Krankheit.
Mitte April: Habe das Gefühl, eben im letzten Moment die Notbremse gezogen zu haben. Fühle mich allmählich etwas besser, arbeite ganz langsam – weil ich oft alleine an der Spüle stehe, wegen Personalmangel. Denke mir: Muss mich nicht entleiben, wenn ich die Arbeit für zwei zu bewältigen habe.
Anfang Mai: Es wäre dumm, sich zu entleiben, denn dann gibt es nie wieder Hilfe. Das war meine Ausrede vor mir selbst, denn auf einmal wird mir klar, dass ich gar nicht mehr schneller arbeiten kann. Merkwürdiges Gefühl. Bin ich angeschlagener als gedacht? Aber ich bin doch fit, stemme problemlos Lasten, laufe mühelos Treppen, halte 9 Stunden Schicht durch und gehe danach noch im Sturmschritt einkaufen …
So, 09. Mai: Bekomme drei Ladungen Passivrauch ab – Schwaden ziehen in die Frauenumkleide, die ich gerade reinige, vor der Küche rauchen trotz meiner wiederholten Bitten zweimal kurz hintereinander die Lehrlinge. Danach haben sie ein Einsehen und gehen ins Freie, trotzdem die ganze Schicht über Kopfweh. Huste etwas. Dort qualmen öfter mal Leute (die sich vor dem Chef verstecken), es stinkt, hat mir bisher aber noch nie so geschadet. Habe aufgrund meiner Krankheitsgeschichte immer wieder gebeten, dort nicht zu rauchen.
Mo, 10. Mai: Der Husten ist wieder da. Lunge fühlt sich seltsam an, wie innen roh. Ist irgendwie eingeklemmt. Bin erschöpft, wie gerädert beim Beginn einer Grippe. Sieben Stunden Spülschicht, anfangs fällt es mir schwer. Doch es ist nicht so viel Betrieb und niemand raucht vor der Küche, nach dem Arbeiten geht es mir ganz gut. Daheim hänge ich etwas schwächlich/ratlos herum.
Di, 11. Mai: Morgens o.k., Termin beim Hausarzt Montag um acht. Nachmittags gemütlich mit Mohicain einkaufen. Danach stärkerer Druck auf die Lunge. Etwas Kopfweh. Wieder Gefühl wie vor schwerer Grippe: Augen verquollen, Hals scheint anzuschwillen, Gelenke schwach/schmerzen etwas, Knochen nicht in Ordnung. Bewegung im Freien tut immer gut, gehe in strömendem Regen zum Nebenjob. Die Luft ist sehr angenehm, doch ich bekomme nicht genug davon. Keuche nach zwei Stockwerken, Atemnot, etwas gaga im Kopf. Sage die Bodenpflege ab und gehe nach Hause. 37,2 Grad Fieber, obwohl ich nichts davon bemerke und nur zur Überprüfung gemessen habe. Man sieht mir nichts davon an.
Ich kann diesen Beitrag tippen, ohne Pause. Erythema nodosum fehlt. Lymphknoten nicht geschwollen.

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1 Kommentar zu „Memo: Entwicklung von Symptomen – akute Sarkoidose im Anmarsch?“

  1. [...] Mai habe ich einen neuerlichen Sarkoidose-Schub befürchtet, die Röntgenaufnahme vom 18. Mai sprach allerdings dagegen. Bevor die Symptome sich so [...]

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