Auf 16vor.de ist derzeit ein Phänomen des Internet-Zeitalters zu beobachten: Wahlkampf in den Kommentaren. Politikinteressierte diskutieren schreibgestützt und energiegeladen, bisweilen glaubt man sie schimpfen und auf ihre Tastaturen einhacken zu hören. Von Politik und Geschichte habe ich wenig bis erschreckend wenig Ahnung, bereits in der Schule haben mich die beiden Fächer angeödet. Hätte Frau Merkel die langsilbige Amtsbezeichnung nicht um einen klingenden Schlusslaut erweitert, ich würde einschlägige Testfragen womöglich mit Kohl! beantworten. Sechzehn Jahre Helmut, das prägt. Solche Unkenntnis ist nicht lebensgefährlich, aber peinlich, doch alle ernsthaften Versuche, mir entsprechende Kenntnisse anzueignen, haben stets mit Gähnkrämpfen und Desinteresse geendet.
Immerhin hat dem Gymnasium, das mir trotz allem ein Abitur mit auf den Weg gegeben hat, sehr am Herzen gelegen, seine Schülerinnen über die Weimarer Republik und das sich anschließende Regime zu informieren. Uns wurde umfassend erklärt, wie das alles gekommen ist und worin es geendet hat. Um Faszination und Widerlichkeit des Nazitums zu erkennen, muss mensch keine Zahlen auswendig lernen, wohl deshalb habe ich davon ohne zu pauken mehr verstanden als sonst bei krampfhaften Eintrichterungsversuchen.
Ich betrachte mein Wissen als gering, aber ausreichend, schließlich will ich keine Ortsvorsteherin werden. Auch anderweitige politische Aktivitäten liegen mir eher fern, ich bin gegen Rechtsradikale und Autonome und die Institution Kirche, ein Pendel würde mich wohl irgendwo links der Mitte orten, hauptsächlich aber bin ich Individualistin. Mit meiner bescheidenen Meinung halte ich nicht hinterm Berg und habe auch schon einen jungen Mann mit Glatze, aufgekrempelten gebleichten Jeans über Springerstiefeln und Hosenträgern überm T-Shirt nach seiner politischen Einstellung gefragt. Damals war ich Gastwirtin der Kneipe Schwach & Sinn. Der verdächtige Gast zeigte mir extrem genervt den winzigen ‘Nazis raus!’ – Button an der Jeansjacke, den ich als schon damals stark Sehbehinderte nicht hatte erkennen können, der Oi-Skin war fortan wenig freundlich. Ich musste darüber lächeln, aber was für ein Depp, in einschlägigem Nazi-Outfit in eine einstmals berüchtigt linksgerichtete Kneipe zu marschieren und sich dann dermaßen über die zu erwartende Frage aufzuregen. Freuen hätte er sich sollen, dass jemand überhaupt auf die Idee kommt und den Mumm dazu hat, schließlich stand ich in dem Moment ganz alleine da. (Fortsetzung folgt)
Schlagworte: Demo gegen Nazis, Kneipe Schwach & Sinn Trier, Nazis in Trier, NPD in Trier, Politik
Hi salamander,
melde mich zurück aus der idyllischen Gartenhütte, danach ist meine Wohnung eine wahre Pracht. Die Suche ruhte derweil, bei meiner Rückkehr hat mir das Internet zu meiner Enttäuschung weder den idealen Job, noch die ideale Bude präsentiert. He, die hatten fünf Tage Zeit! (Wer auch immer “die” sein mögen, hehe …)
Die Marienkäfer (zu wenigen recht niedlich), o weh, in der Bibel kommen doch immer gleich sieben Plagen oder wie war das? Aber laut der neuesten Erkenntnis einer Bibelforscherin hat die ja ein kiffender Alkie geschrieben – diese Erkenntnis ist ein Glücksfall für Millionen Christen, die sich endlich entspannen und von ihrem menschenfeindlichen Glauben erholen können … Bleibt die Frage, was Euch dann die Käfer geschickt hat. *grübel
Hm, für den Blick auf einen Deich mit Schafen vor dem eigenen Schlafzimmerfenster würden manche Leute eine Menge Geld ausgeben … o.k., der ist geklaut. Touristen … Vorschlag, häng Dir ein Schild an die Tür:
Auch Notschlachtungen
Latrine im Hof.
Den Kurdirektor musste ich doch mal googeln, er heißt nicht Martin und scheint auch nicht in Reimen zu sprechen, dafür ähnelt er entfernt dem Bewohner der Seehundstation. Die Verbreitungskarte des Namens ist recht aussagekräftig. *kicher
Deinen Schrieb les’ ich gerne und berichte auch immer gern davon. Mohicain war neulich genervt, als ich mal wieder anfing “Der Mann von der Nordseeküste hat geschrieben …”, er sang mir dieses olle Lied von den Fischen, die dort im Wasser und selten an Land sind und ich bekam es tagelang nicht aus dem Kopf. Konstatiere: Mohicain will lieber selbst zitiert werden.
Klausige Grüße an Dich und die blökenden Lämmer (Besser, als wenn sie schwiegen!)