Eigentlich bin ich zu beschäftigt für zwei Blogeinträge am Tag, denn das Verfassen kostet viel wertvolle Zeit. Doch mein soeben beseitigtes Problem war dermaßen lästig, dass ich auf der Stelle stolz die Lösung präsentieren will:1
Über mehrere Tage hinweg ist mein Mozilla Firefox sehr oft abgestürzt. Beim Online-Banking, nach dem Anmelden beim Google-Reader oder beim Provider zum Checken der Spam-Mails – schwupp, weg war der Browser und ein Fehlermeldungsfenster meldete bedrückt, es habe da leider ein Problem gegeben und ob Firefox nun geschlossen oder neu gestartet werden solle? Einmal haben mehrere solcher Aussetzer mein System komplett lahmgelegt. Die gute alte Tastenkombination <ctrl> <alt> <del>2 zeigte mir, dass drei firefox.exe – Prozesse daran schuld waren, einer davon hat 70% der Leistung gefressen. Bei UNIX gab es seinerzeit zum Beenden solch unerwünschter Hintergrundaktivitäten das hübsche Kommando kill -9 [Prozess-ID].
Wollte ich wegen der ständigen Ausfälle meines Lieblingsbrowsers entnervt mit Opera oder Safari weitersurfen, öffnete sich statt ihrer aus der Schnellstartleiste heraus stets nur der Internet Explorer. Über [Start] [Programme] [Browser] dasselbe Spiel. Da ich auch Webseiten bastle bzw. derzeit mehr pflege, habe ich natürlich auch den IE installiert. Der kam also ungerufen und sülzte in seiner Adresszeile etwas von bla/bla/opera.exe, nannte also einen Pfad zur Datei, die ich eigentlich hatte ausführen lassen wollen. Und vermeldete im Fenster dann, er habe selbige nicht finden können. Mir auch klar, ich hatte ihn auch nicht danach suchen geschickt. Heute abend wurde mir das Spielchen zu bunt und ich forschte via Tante Kugel nach Leidensgenossen. Und siehe, es gab welche: Im Chip-Forum hat User Xerq freundlicherweise eine Anleitung zur Selbsthilfe verfasst. Bei ihm hatte sich eine Datei namens kixw.exe eingeschlichen und er beschreibt, wie man das Ding entsorgt.
Das ist nicht ganz einfach. Man muss “in die Registry gehen”, das ist die Datenbank von Windows mit lauter hochwichtigen Einträgen. Wem das gar nichts sagt, der sucht sich besser jemanden mit Ahnung und schickt den hin. Man gelangt dort “hinein”, indem man unter [Start] auf [Ausführen] klickt und ins Eingabefenster “regedit” eintippt. Dann kommt unter Windows XP SP2 ein Fenster, der Registry-Editor. Sprich, man kann damit diese Datenbank verändern und alles, was man dort treibt, hat Folgen. Das Fenster zeigt links die Hierarchie der Dateien in der Registry. Dort kann man suchen, was Xerq angegeben hat und nach seiner Anleitung damit verfahren, z.B. im rechten Teil des Fensters die “Schlüssel” löschen. Mein Bösewicht hieß mgwurecls.exe, ich habe auch eine kixw.exe entdeckt und die gleich mit entfernt. Seit ich die beiden gekillt habe, laufen die drei sabotierten Browser wieder problemlos.
Drei Jahre Farbenblindheit dem Erzeuger von solchen Schadprogrammen. Yeah.
- Als wäre das meine Leistung … [↩]
- Seinerzeit der sog. “Warmstart”, nicht mit “Warmduschen” zu verwechseln [↩]
Schlagworte: opera.exe startet IE, safari.exe startet IE