Artikel-Schlagworte: „Frauerei“

Mericomb 0.5 mg

Mittwoch, 7. Juli 2010

Anfang Mai habe ich einen neuerlichen Sarkoidose-Schub befürchtet, die Röntgenaufnahme vom 18. Mai sprach allerdings dagegen. Bevor die Symptome sich so stark verschlimmert haben, hatte ich bereits an einen Östrogen-Überschuss gedacht und einen Termin beim Frauenarzt vereinbart – vielleicht vertrug ich das Hormonersatzpräparat1 nicht mehr (Mericomb 1 mg). Leider musste ich auf diesen Termin drei Monate warten, bis gestern nämlich (06. Juli).

Akut war meine Missbefindlichkeit aber bereits im Mai, und eine Bitte um Vorziehen des Termin hätte doch wieder Tage gedauert, dann Blutwerte und Warten auf’s Laborergebnis … nein. Nachdem die Sarkoidose ausgeschlossen war, habe ich umgehend die Mericomb-Dosis halbiert. Jeden Abend zersäbelte ich eine Tablette und nahm nur eine Hälfte ein. Binnen einer Woche ging es mir wieder gut – was bei mir eben “gut” heißt. Prächtig, gegenüber vorher.

Bereits vor Senkung der Dosis war erstmals seit der Einnahme von Mericomb die leidige Frauerei vollständig ausgefallen. Nun tagt sie schon wieder, wo es mich doch erst vor kurzem so umgehauen hat. Alles durcheinander, aber das war zu erwarten. Die Frauenärztin hat sich über meine Selbsthilfe überhaupt nicht gewundert. Sie meinte dazu nur, ich solle bei dieser Dosierung bleiben. Könne sein, dass die Eierstöcke vorübergehend wieder aktiv geworden seien. Igitt? :^^:

  1. Gegen vorzeitige Wechseljahre []

Hormone und Termine

Freitag, 10. Juli 2009

Seit gestern bin ich von der Frauerei befallen, dabei hat sie gerade erst gewütet, habe zehn lange Tage gelitten und gedacht, es ginge nie vorbei. Diesmal ist es die Mericomb-Variante, pünktlich zur fünftletzten Hormonersatz-Pille in der Packung. Geht es elf Tage später unter der Regie von Thyronajod von neuem los? Ich will es nicht hoffen. Zum Gynäkologietermin am Montag gehe ich trotzdem, weil a) betreffs der hormonellen Verwirrung äztlicher Rat vonnöten ist, die Patientin b) die Terminverlegerei satt und c) reichlich verspätet entdeckt hat, dass Mericomb, tata!, Laktose enthält. Tut mir ja auch leid, von nichts Schönerem berichten zu können, aber ein Weblog ist ein gutes Memo für den Bericht beim Frauenarzt, außerdem tut es doch arg weh und das Schreiben fällt mir schwer dabei.

Was das Buch angeht, entmiste ich seit vorgestern eine schwierige Stelle, gestern ging gar nichts. Es arbeitet sich schlecht, wenn wegen der Krämpfe alle paar Augenblicke der Kopf auf der Tastatur aufschlägt. Ansonsten habe ich im Schatten der Altstadtfestivität die Innenstadt zeitlich und räumlich so weit umgangen, dass dem leider auch der Sommernachtsflohmarkt im ExHaus zum Opfer gefallen ist. Ein gefährlich weit gefasster Radius, beinahe hätte ich mich selbst gemieden. Ein Paradoxon? Para hin, Dox her, das Zurlaubener Feuerwerk werde ich mir nicht entgehen lassen, und wenn Mohicain mich auf der Sackkarre hinschieben muss. Es war letztes Jahr gar zu gut. Immerhin kann man einen derart lautstark inszenierten Termin wohl kaum verpassen. Die Anfrage wegen der Wohnung gestaltet sich langwierig, aber unerwartet witzig, je nach Entwicklung werde ich davon berichten.

Abnormal, manisch und kühl

Montag, 29. Juni 2009

Wieder einmal hat mein Notebook einen Arbeitstag mit steigender Temperaturkurve überlebt. Als am frühen Abend die Sonne aufs Blechrahmenfenster der Schreibstube knallte, wurde es eklig, Verdunkelung mit Pappe hat die Celsius von dreißig auf gerade mal neunundzwanzig gesenkt. Ein Grad ist eine ganze Menge für jemanden, der Sommerhitze hasst, doch angesichts eines die Schenkel röstenden Notebooks ist davon wenig zu spüren. Vor kurzem war mir aufgefallen, dass der Laptop immer so schnell heiß wird und kein Lüfter zu hören ist, die bordeigenen Systemtests brachten das Ergebnis, es sei bloß Sommer und ich ertaubt. Der Lüfter, der Sensor, das Dies und das Jene, alles vollkommen in Ordnung. Ich erinnerte mich an Taubheitserscheinungen nach den Spülschichten, das Startsignal meines Motofons höre ich seitdem auch nur noch selten. Offenbar ein kleines Andenken an den Besteckwagen.

Der symptom tree des Notebook-Test-Menues bot Hilfe bei vielen Problemen, so auch bei Abnormal noise coming from my system. Stöhnen tut es noch nicht, aber so gegen 20 Uhr musste ich das tapfere Gerät genau wie mich endlich doch ein wenig abkühlen lassen, da bot sich ein Blogeintrag an, beim Bloggen steht der Rechner nämlich auf einem Stiefelknecht, der Schräge wegen, das hält auch die Tippeuse kühl. Eine Pause vom Schreiben mit Tippen im Blog auszufüllen, das kann nur ein Blogger für normal halten. (Übrigens hat Kugel zum Suchbegriff manisches Schreiben Interessantes im Angebot.) Was gibt es Neues, die Frauerei hat mich fest im Griff, deshalb muss ich den akribisch berechneten Termin beim Urologen schon wieder verlegen lassen, wie sieht das denn aus? Und bis vor kurzem hatte ich morgens Frauerei, abends dagegen nicht, auch bin ich zwischendrin mittig um sieben (7) Zentimeter angeschwollen :gucker: , einfach so, tags darauf waren es noch vier. Konkurrierende Hormongaben sind unberechenbar, ob mir bald Tentakel wachsen, Brüste auf dem Hinterkopf und Haare auf dem Auge? Vielleicht gar ein Perthombelgem, wobei noch zu eruieren wäre, was ein Perthombelgem eigentlich ist. Ich sage Bescheid, wenn ich eines finde.

Der Crosstrainer funktioniert auch, wenn eine tonnenschwere Futonmatratze von der Wand herabgerutscht ist und ihn über den leicht abfallenden Zimmerboden an das ausgelagerte Bücherregal drücken will, zum Glück hat das Gerät breite Holmen als Füße. Die halten die Matratze von den Pedalen fern und so kann ich stolz verkünden (Sportler bitte wegschauen): Heute vierzig Minuten trainiert, macht 5,6 Kilometer. Nach dem Elend der letzten Tage und bei einer Temperatur von morgendlichen 25 Grad und einer Luftfeuchitgkeit von x plus Trierer Extra war ich mit dieser eher mühelos hingelegten Leistung doch sehr zufrieden. Sie zeigt mir, dass ich noch mit mir rechnen kann. Abschließend sei erwähnt, dass die Abenteuergeschichte mit dem derzeitigen Arbeitstitel “Die Schatzfahrt”, Genre maritime Fantasy, allmählich Form annimmt, morgen oder übermorgen werde ich mit der Erstüberarbeitung der Rohfassung fertig. Sofern das Notebook nicht schmilzt. Die gröbsten Klöpse sind raus, aber es gibt noch viel zu tun. Ab Montag recherchiere ich wegen einer besser zum Schreiben Leben Schreiben geeigneten Wohnung:

Kühl, still und unbestunken
muss sie sein.
Andernfalls wird abgewunken!

Schlacht der Hormone

Dienstag, 23. Juni 2009

Jeder Mensch ist einmalig, seine individuelle Kombination von Erbinformationen gibt es auf der ganzen Welt nicht wieder. Das ist auch gut so. Nehmen Sie zum Beispiel meine krummbuckligen Chromosomen, die machen jeden jungen Genforscher nervös. Und so können Sie leben?! Kein Wunder, dass die alle den perfekten Mensch bauen wollen. Als wären diverse angeborene Defekte nicht genug, versagt seit einiger Zeit meine Hormonproduktion, das lässt meine einst androgyne Gestalt zum fetten Klops mutieren und erfordert zwei Ersatztherapien.

Die beiden Therapien sind sich uneins. Eben erst von Mericomb 1 neu angeleiert, hat Thyronajod 50 die Frauerei kurzerhand wieder abgeschafft. Dachte ich, nach tagelangem Hin und Her. Heute, elf Pillen später als sonst, überfiel sie mich aus heiterem Himmel, in einem großen Einkaufszentrum auf dem Klo. Begleitet von einer so extremen Hungerattacke, dass ich zitterte. Warum zum Teufel nimmt’s mein Körper nicht aus den mächtigen Fettreserven? Nein, ich musste schlottern wie ein Junkie ohne Nadel. Mein Körper, Schlachtfeld konkurrierender Präparate. :crazy2:

Hormone und Küchendünste

Sonntag, 7. Dezember 2008

Während meinem zweiwöchigen Urlaub bin ich aufgequollen wie ein Hefeteig, vor allem ein mächtiger Wanst begleitet mich nun auf all meinen Wegen. Mittlerweile beansprucht er den erheblich größeren Teil eines gewöhnlichen Maßbandes. Ich hatte schon lange den Verdacht, es sei nicht normal, dermaßen aufzuquellen, nun hat sich bestätigt, dass mein Östrogenhaushalt vorzeitig schwächelt. Deswegen habe ich vor kurzem eine Hormonersatztherapie begonnen und musste verdutzt feststellen, dass sie mir zuallererst die Frauerei zurückgebracht hat. Ach ja, da war doch mal was …

Was den Wanst betrifft, der scheint mir noch etwas fetter geworden zu sein. Ich passe kaum in die riesige weiße Arbeitshose hinein, die ich mangels Alternativen in der Spülküche trage. Da kommt mir diese als ‘zupackend’ zu beschreibende Tätigkeit gerade recht. Morgen früh um sieben ist es wieder soweit, hoffentlich habe ich nicht alles verlernt. Wo standen nochmal die Nudelpfannen? Wie hießen diese kleinen runden Schälchen und wie hoch durften sie gestapelt sein?

Lange habe ich Stellenangebote der Kategorie ‚Spülhilfe’ ignoriert, denn ich fürchtete, die Küchendünste könnten die Sarkoidose wieder auf den Plan rufen. Während meiner Existenzkrise beschloss ich, es mir wenigstens mal anzuschauen. Hineinzuschnuppern, sozusagen. Frappierend: Die Luft an meinem Arbeitsplatz ist besser als die im Personalraum. Zum einen ist die Spülküche von der eigentlichen Küche völlig getrennt, zum anderen laufen dort meistens gleich zwei effiziente Lüftungen. Im Personalraum dagegen rauchen gefühlte zwanzig Leute und niemand öffnet jemals ein Fenster. Meine Pausen darf ich in einem angrenzenden Raum verbringen.

Was kommt meistens ungelegen?

Dienstag, 2. September 2008

Hier mal wieder eine Plage, die mir die Frauen in meiner Fangemeinde besser nachfühlen können: Heute hatte ich Probeschicht in einem Betrieb, der mein neuer Arbeitsplatz werden könnte. Was passiert? Nach sechs Monaten Pause bricht ausgerechnet heute die Frauerei wieder über mich herein. Gnarf! Habe trotzdem begeistert geprobt. Mehr dazu andermal, für heute bin ich k.o. und trinke jetzt mit Mohicain ein echtes Feierabendbier.

Frauerei mit Horn

Mittwoch, 28. Mai 2008

Meinen Hormonen ist es offenbar auch zu schwül, denn sie haben die Waffen gestreckt und mir, statt sich weiterhin gestört aufzuführen, eine reguläre Frauerei beschert, natürlich pünktlich zum Zeitungsaustragen. Im April ist die leidige Geschichte ausgefallen, ich war nicht böse darum, habe allerdings auch meinen Vorrat an Frauerei-Zubehör nicht aufgefüllt. Da ich das wegen der ständigen Ausfälle sowieso nur selten tue, hatte ein Hersteller genug Zeit, um bei einem der Artikel mal wieder die Angaben auf der Packung zu ändern. Ich weiß nie genau, welche von den zwölf bis siebzehn verfügbaren Subkategorien solchen Zubehörs ich gerade nutze, muss also jedes Mal nachsehen. Oft genug ändern die Firmen zwischen zweien meiner Einkäufe auch noch das Design ihrer Verpackungen, auch das vereinfacht das Wiedererkennen nach langer Pause nicht. Heute habe ich mir fast ein Horn gesucht, bis mir klar wurde, dass nun eben vier Tröpflein auf der Packung sind statt drei, keine Ahnung, wieso, der Inhalt sieht genauso aus wie zuvor. Ich dachte schon, die Firma hätte die Untergruppe ultra normal non extra, 14er – Einheit mit Flügelchen aber nicht night und nicht extra long nochmals in die Tröpfchenklassen eins bis sieben aufgesplittet.

Gedanken zum Karfreitag

Freitag, 21. März 2008

Ich denke, diesen Frauerei-Beitrag habe ich zwei Tage zu früh veröffentlicht. Ich dachte, das Wort sollte ich nicht unerklärt verwenden und habe daher bereits am Mittwoch etwas dazu geschrieben. Heute kam mir der Gedanke, dass die Frauerei doch eigentlich ein Thema ist, das hervorragend zum Karfreitag passt. Schließlich geht es um Blut & Tränen und am Ende einer langen Leidenszeit wechselt frau in eine neue Seinsebene …

Frauerei

Mittwoch, 19. März 2008

Hier ist jetzt mal Schwafel für Frauen. Männer dürfen natürlich gern mitlesen, sich nach dieser Vorwarnung aber weder wundern, noch beschweren.

Einmal im Monat überkommt die Frau das, was ich in Ermangelung besserer Vokabeln meist als ‘Frauerei’ bezeichne. Die Periode bekommen, die Tage kriegen, unpässlich sein, bluten, och nee. Wie frau es auch nennen mag, es begleitet uns lange und ist lästig. Nicht so bei mir. Schon seit Jahren habe ich eine sogenannte ‘Hormonstörung’, die sich nebst gelegentlichen Frauerei-Ausfällen und diversen Schmerzen in erhöhter Reizbarkeit und in Stimmungsschwankungen bemerkbar gemacht hat. 2007 waren die Ausfälle so extrem, daß für die Hormonstörung eine andere Bezeichnung notwendig wurde: Vorzeitige Wechseljahre. Ah ja. Als hätte ich nicht schon ab Werk genug ‘Extras’.

Wurde ich 2006 noch mit zehn statt zwölf frauereihaltigen Monaten ‘beglückt’, wobei die leidige Prozedur mitunter im selben Monat dreimal losging, hatte ich im Jahr 2007 schon neun Monate ‘frei’. Am Stück. Die vertraute Zahl ist hier allerdings nicht im üblichen Sinne zu deuten, da war einfach nichts. :nixweiss: Anfangs fiel der Monatskram noch mit der Option aus, dass es jederzeit losgehen kann. Bisweilen war ich wochenlang in Alarmbereitschaft und trug eine Notfallausrüstung mit mir herum, oft genug fiel ich auf Fehlalarm herein. Los ging es dann so selten wie unpassend, zB in der Kneipenküche im Hochbetrieb oder auf einer Paddeltour im Kanu. Wie von Beginn an hat mich die Frauerei oft umgehauen, immerhin waren Kreislaufzusammenbrüche nicht mehr an der Tagesordnung.

2008 nun, an Zubehör wie Tampons oder Binden hatte ich schon lange nicht mehr gedacht, ging es plötzlich wieder los. Wen haben wir denn da? Große Freude, die Frauerei. :augenverdreh: Meine übliche Tamponsorte war nicht mehr aufzufinden, die Firma hatte mittlerweile sowohl das Design wie auch die Packungsgröße geändert. Danke auch, was soll ausgerechnet ich gestörte Frauensperson mit einem Megapack? Prompt überraschte mich das unerwünschte Ereignis im nächsten Monat wieder. Da es auch 2007 so ging, dachte ich mir, das war es nun für das ganze Jahr und der März ließ sich auch so an. Und was passiert heute, kaum dass ich die Beilagen ins Wochenblatt eingelegt hatte? Tata, da ist sie wieder. Hallo? Ich habe vorzeitige Wechseljahre! Oder wie? Wen? – Immerhin ist die Wahl des Termins klassisch, die Woche hat sieben Tage, der Verteiltag hat auch einen Abend, aber nein, der Mittwochmorgen muss es sein …

Nachtrag: Die Frauerei dauerte von Mittwochmorgen bis Mittwochmittag. Bin also noch immer gestört.