Heute war es tagsüber wirklich erträglich hier unterm Dach, doch seit neun Uhr oder halb zehn wird es wieder drückender, die Luft steht, ihr Sauerstoffgehalt sinkt zugunsten der Feuchte. Ich öffnete das Blechfenster im Zimmer mit dem Crosstrainer, es wurde etwas besser und ich arbeitete völlig versunken am Projekt, als mich wie ein Hammer eine schwere Wolke Zigarettenrauch traf. Wüharrgh! Ich schloss schleunigst das Fenster, doch das ganze Zimmer war längst voll davon. Es ist nur zwei Meter breit und braucht nicht viel Qualm, um erstickend zu stinken. Ich öffnete die Tür zur Schlafkammer und flüchtete mich zu Mohicain, bis der beißende Geruch endlich verschwunden war. Ich möchte gern zielkotzen auf die Quelle dieses Übels, sie zu ersticken von nun an und bis in alle Ewigkeit. Wann endlich erfindet jemand Smoky free?
Artikel-Schlagworte: „Gestank“
Zielkotzen
Dienstag, 27. Mai 2008Smoky-Free
Sonntag, 30. März 2008Zwei Maschinen Wäsche passen in meine Dachkammer. Heute hatte ich beim Aufhängen das Blechfenster offen, weil sich die ungewohnten dreizehn Grad so warm angefühlt haben. Da hörte ich ein schreckliches Geräusch: Stühle scharrten über den Nachbarbalkon! :scared: Bald geht es wieder los: Zigarettenqualm in der Wohnung, verrammelte Fenster bei dreißig Grad. Im Internet heißt es dazu, Klagen gegen die Belästigung durch Nachbars Qualm hätten wenig Aussicht auf Erfolg, selbst wenn er Tag und Nacht hereinzieht. Es sei dies zumutbar und die Fenster des Belästigten (!) seien geschlossen zu halten. Wer weder raucht noch Gasmaskenfetischist ist, wird wissen, dass Qualmgestank keine läppische Belästigung ist, sondern eine Belastung, die die Lebensqualität erheblich verschlechtert. Ganz zu schweigen von der Freiheit, nach Belieben die eigenen Fenster öffnen zu können.
Wirklich fuchsig macht mich allerdings nur die Begründung des Urteils. Nein, das ist keinesfalls zumutbar, es ist vielmehr unerträglich, doch darum geht es gar nicht, das richtige Wort lautet undurchführbar, denn wer bitte soll Verstöße überwachen und ahnden, den Wind abmahnen, baulichen Gegebenheiten Strafgebühren aufbrummen oder die blöden Rüberpuster ohrfeigen, die’s absichtlich tun? Angeblich raucht nur ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung, alle anderen werden von dessen stinkendem Qualm ‚belästigt’. Warum schafft hier niemand Abhilfe? Es gibt Kaffee ohne Koffein, Bier ohne Alkohol, Delphine ohne ‘ph’, ja sogar Cola ohne Cola, da dürfte eine Zigarette ohne Rauch doch kein ernstliches Problem darstellen?
Ich sehe schon die Werbung vor mir:
Hübscher junger Mann geht zum blind date, saugt vor der Kneipe noch an der Zigarette, qualmt sich ein
Schnitt die wartende junge Frau reckt den Hals, sie sieht gut aus
Schnitt er wirft die Kippe weg, tritt in die Tür, lehnt sich lasziv in den Rahmen, spielt mit einer roten Rose, sucht sie, puren Sex ausstrahlend, der Wind kost sein Haar …
Schnitt die junge Frau bekommt große Augen bei dem Anblick, leckt sich die Lippen (lechz), dann rümpft sie das Näschen, der Wind riecht so komisch
Totale als er am Tisch steht, zieht sie eine angewiderte Grimasse: der stinkt nach Qualm! Sie lässt eine rote Rose verschwinden und flüchtet
Schnitt er steht allein da und schaut ihr traurig nach, schluchz … da nähert sich ihm ein sympathischer Typ, zeigt ihm eine witzig gestaltete Zigarettenschachtel, er guckt sich die an
Einblendung Zigarettenschachtel in Großaufnahme, angenehme Stimme aus dem Off: Nimm doch Smoky-Free! Smoky-Free, die riecht sie nie!
Schnitt die unseren Helden hat abblitzen lassen betritt dieselbe Kneipe, sie zieht wieder ihre angewiderte Flunsch, denn
Schnitt er knutscht mit einer Frau, eine Zigarette in der Hand, doch
Totale er merkts und wirft ihr eine Packung Smoky-Free zu, sie fängt sie, blickt auf und sieht die Rivalin, eine echt aufregende Schönheit, so dass
Schnitt ihre Mundwinkel fallen, denn sie hat kapiert und ist am Boden zerstört …
Gestänker
Samstag, 8. März 2008Er war wieder da! Der bestialische Gestank hatte sich zuletzt beim letzten Kurbeln in einer neuen Form gezeigt. Als ich zum Trinken durch den Flur in die Küche gelaufen bin, war er einfach da. Klare Sache, die Dachkammer, denn beim Kurbeln hatte ich von draußen nichts gerochen. Ich beendete das Training und schaute nach. Die Dachkammer roch nach Dachkammer, also recht frisch. Nanu? Ich steckte die Nase in den Hausflur, gnörk, alles klar: Kategorie ‘Ölofen-im-Sturm, von drinnen’. Als Kind habe ich ein paar Jahre lang mit Ölöfen gewohnt und so roch es, wenn bei Sturm der Wind durch den Schornstein gefahren ist und die Klappen der Öfen hochgedrückt hat. Sehr gemütlich das, hust-kotter. Meine Vermieterin hat einen großen Ölofen in der Hinterstube stehen und der war wohl etwas launig an diesem Tag.
Letzten Sonntag hatte ich eigentlich wieder mal kurbeln wollen. Ja ja, fünf Tage war es her … trotzdem habe ich es verschoben, weil ich mächtig viel am Computer zu arbeiten hatte. Ein Glück! Ich schnappe beim Arbeiten gern mal am offenen Fenster Luft und gucke sinnlos in die Gegend. Obwohl hauptsächlich die Fenster der Nachbarn zurückgucken, ist das recht entspannend und man kann frisch gestärkt weiterarbeiten. Diesmal zog ich den Kopf schleunigst zurück, der Gestank war wieder da. Kategorie ‘pestilenzartig-ätzend, von draußen’. Ich wetzte ins Schlafzimmer und schloss dort das Fenster, im letzten Augenblick, ein wenig war schon hereingezogen. Setzte mich wieder an den Rechner und dachte weiter nicht daran.
Als ich nach einiger Zeit in den Flur ging, roch es dort reichlich stark nach dem bestialischen Gestank. Ein Fenster vergessen? Nein. Der Ölofen wieder? Nein. Ich öffnete die Tür zur Dachkammer und fuhr zurück. Meine Herren! Die Gasetagenheizung sah normal aus und funktionierte. Nach vorne raus am Fenster ergab die Schnupperprobe nicht gerade gute, aber auch nicht extrem stinkende Luft. Naja, war wohl alles in meine Dachkammer gewandert inzwischen! Ich wagte mich hinein, riss trotz des Nieselregens das Blechfenster auf und stieg auf den Stuhl darunter. Hatte eine Nachwehe von Emma einen der Schornsteine abgerissen? Nein, das Dach sah aus wie immer. Ich stieg sogar in den Spritzboden (wahlweise Spitzboden), auch hier war nichts zu sehen. Keine Ahnung, was ich erwartet hatte. Ein Loch im Kamin?
Ich ließ das Fenster offen, damit der Gestank abzieht, was bei dem kleinen Fenster ziemlich lange dauern kann. Statt dessen zog er allmählich bis in mein Arbeitszimmer. So taugte das nichts. Da die Dachkammer noch immer stärker stank als der Wohnungsflur, fiel sie beim Lüften eigentlich aus. Versuchsweise setzte ich daher den Hausflur mit ein, sonst einer der Gestanklieferanten. Sprich, ich riss auch die Wohnungstür und die zur Dachkammer auf. Es hat funktioniert, binnen kurzem roch mein Flur wenigstens vorn nur noch schwach nach dem Duschgel, das irgendjemand im Haus verwendet. Dabei fiel mir auf, dass es schon lange nicht mehr nach Zigarettenqualm gestunken hat, etwa so lange, wie hier offenbar jemand neues eingezogen ist – wenn auch der Name an der Klingel noch derselbe ist. Hat da etwa jemand im Hausflur geraucht?! Das wäre des Rätsels Lösung! Wo aber der Bestialische herkommt, ist noch immer ungeklärt.
Flurduft
Freitag, 18. Januar 2008Die Dachkammer ist wieder frei von Gestank, hurra, doch leider findet er andere Wege. Heute erkurbelte ich mir 8 Kilometer, wie üblich zwischen zwei offenen Fenstern, erfreulicherweise ohne den Gestank der Kategorie ‘pestilenzartig-ätzend, von draußen’. Als ich nach 45 min vom Gerät stieg, in der Küche das Teewasser einzuschalten, stank mein Wohnungsflur nach Qualm. Kategorie ‘durchdringend-erstickend, von drinnen’. Aha, die Dachkammer, dachte ich – doch die roch nicht. Der Hausflur also. Das habe ich mir so zusammengereimt, daß meine Vermieterin bisweilen von ihrem Café in ihre Wohnung wechselt und dabei die Tür zum Hausflur offenstehen läßt. Der Qualm steigt dann hoch bis vor meine Wohnung und zieht durch die Tür. Schwachpunkt der Theorie ist, daß es durchaus nicht täglich nach Qualm stinkt, zB sind derzeit ein paar Gäste am tagen, die man im Flur bis hier oben hört, aber es riecht nicht. Lauter Nichtraucher? Wäre schon merkwürdig.
Ich öffnete das Dachkammerfenster und stieg wieder aufs Gerät, bis das Wasser kochte. Im Flur stank es noch immer, also stellte ich auch noch meine Wohnungstür auf, um den Schwall, der mich prompt einhüllte, mit einem loszuwerden. 10 min später schien mir das nicht eben besser zu riechen, aber die Luft war ja auch besonders frisch, wo ich trainierte. Ich goß meinen Tee ab und machte mich an die Dehnungsübungen, da überkamen mich leichter Reizhusten und schwache Kopfwehschübe. Zog das jetzt schon im mein Zimmer? Ich ging wieder in meinen Wohnungsflur, es stank pestilenzartig! ‘Das wird ja immer schlimmer!’ schimpfte ich, warf noch ein erbostes ‘Stink!’ in Treppenhaus und schloß die Wohnungstür, eben noch ein Knacken vernehmend, bei dem ich mir weiter nichts dachte. In alten Häusern knackt eine Holztreppe halt schon mal. Ich riß alle Fenster und Türen auf, um meinen Flur wieder sauber zu bekommen, da kam mir der Gedanke: Qualmt da etwa jemand im Treppenhaus? Ich hatte keine Lust, verschwitzt in den Trainingsklamotten durch Qualm zu laufen, um das herauszufinden, vielleicht tu ich es das nächste Mal. Es wäre eine Erklärung, wieso das Phänomen nicht zum Betrieb des Cafés paßt.
Der Fluch der Erhabenheit
Samstag, 12. Januar 2008Heute umwehte mich kein bestialischer Gestank, als ich auf dem Crosstrainer schwitzte. Noch am Dienstag fuhr mir unversehens das beißende Übel in die Lunge, diesmal nicht. Erstaunt kurbelte ich 9 Kilometer in 61 Minuten. Duschte die Fertigdusche leer und häufte zu waschende Kleidungsstücke auf. Als ich mich mit dem Berg über die Ellbogentaktik in die Dachkammer hebelte, geriet ich in eine riechbare Wand. Wuach, hust! Würg. Flücht! Da also hat er gelauert, der Fluch, der diese Wohnung heimsucht! Mutig stürzte ich mich nochmals hinein und stellte trotz des Regens das Blechfenster auf maximale Frischluftzufuhr. Schließlich muß ich irgendwann mal waschen. Leider hängen noch ein paar Teilnehmer der letzten Wäsche dort herum. Bäh.
Seit August 2007 war ich in keiner Kneipe mehr – der Gestank findet mich trotzdem. Da gab es doch den Mann, der Regen haßte und Zeit seines Lebens davon verfolgt wurde. Douglas Adams hat ihn ungefragt in die Welt geworfen und ihm Göttlichkeit verliehen. Sein Geschöpf wußte es nicht und hatte nichts davon, konnte nur hunderte von Möglichkeiten aufzählen, die Regen aufbot um ihm das Leben zu vermiesen. Seine Wolken liebten diesen Mann und ließen ihn niemals alleine, denn er war ein Wettergott.
Hinfort, miese Gerüche! Haltet Euch fern der kranken Lunge, Ihr quält was Ihr zu lieben vorgebt …
Gestank in der Wohnung
Sonntag, 9. Dezember 2007Seit fast 11 Jahren wohne ich hier. Obwohl ich schon seit Februar 2005 nicht mehr rauche und auch von Mitte/Ende der 90er bis Ende 2000 nicht geraucht habe, ist mir die Sache mit dem Gestank erst 2007 aufgefallen. Mal abgesehen davon, dass Gestank keine Verbesserung der Lebensqualität ist, bin ich seit kurzem lungenkrank. So nenne ich es der Einfachheit halber. Eigentlich ist die akute Sarkoidose in meinem Fall selbstheilend. Doch trotz aller Vorhersagen regeneriert meine Lunge nicht, deshalb macht mir Gestank in der Wohnung Angst. Wohin soll ich hier flüchten?
Es fing wohl irgendwann im Sommer an. Meine Wohnung stank immer wieder nach Zigarettenrauch. Durchdringend, alle Zimmer, sobald auch nur ein Fenster offenstand. Im Sommer stehen immer einige meiner Fenster offen, der Bereich über der Wohnung (der Spritz- oder auch Spitzboden) ist nicht isoliert und also wird es hier sehr schnell furchtbar stickig und vor allem heiß. Es dauerte eine ganze Weile, bis feststand, dass ich hier im dritten Stock tatsächlich den Qualm von Passanten auf der Straße, den von den Leuten in den Wohnungen unter mir und zum Hof hin den von auf den Balkonen rauchenden Nachbarn rieche. Diese Qualmwolken lösen sich nicht, wie auch ich einst annahm, in der Luft auf, indem sie sich gleichmäßig verteilen. Offensichtlich sind sie ziemlich formtreu und auch ihre Lebensdauer ist erheblich länger als gedacht.
Noch mehr Qualm kommt aus dem Treppenhaus. Alles, was hier riecht, versammelt sich vor meiner Wohnungstür und zieht gemächlich in meinen Flur. Wenn ich es nicht rechtzeitig bemerke, dringt der Qualm bis in meine Zimmer vor und ich muss ihn ‘passivrauchen’, ein Vorgang, der ein wahrhaft aktives Einatmen ist. Bis nämlich alles mit Hilfe von Durchzug wieder abgezogen ist, vergeht einige Zeit. Wenn es regnet oder die Quelle munter nachliefert, nutzt nicht einmal das. Ich habe mir bereits angewöhnt, das Treppenhaus immer gleich mitzulüften. Es ist zwar wenig gemütlich, dauernd die Wohnungstür sperrangelweit aufgerissen zu lassen, aber was bleibt mir anderes übrig?
Ein anderes Gestanksphänomen ist meine Dachkammer. Man stelle sich vor, jemand baut ein Dach aus bis auf ein Zimmer. Das ist nicht isoliert, nicht verputzt, das Balkenwerk liegt frei und Heizung gibt es auch keine. Das ist meine Dachkammer. Ich nutze sie als Abstellkammer, für Arbeiten wie Sägen, Schleifen und Lackieren zwecks Regalbau oder zum Wäschetrocknen. Ich hielt das immer für eine feine Sache. Bloß passiert es neuderdings alle paar Tage, dass ich die Tür öffne und die Kammer betrete, nur um sofort rückwärts wieder rauszutaumeln, weil der Raum penetrant nach kaltem Zigarettenrauch stinkt. Als hätten zehn Kettenraucher unter einem großen Loch im Boden gequalmt. Nur dass da kein Loch ist. Diese Geschichte wird mir immer ein Rätsel bleiben. Die Dachkammer ist besonders schlecht zu lüften, das dauert mindestens zwei Stunden.
Das dritte Phänomen ist nicht so merkwürdig, dafür stinkt es ätzender. Manchmal, vielleicht liegt es am Wetter, scheint das ganze Viertel in eine Glocke voller Abgase gehüllt zu sein. Die Schornsteine blasen ihre so heimelig anzuschauenden Wölkchen auf die Dächer statt nach oben in die unendlichen Weiten des Alls. Also den Gestank bemerken sogar Raucherinnen und Raucher! Da meine Dachkammer nicht isoliert ist, zieht er zwischen Schieferziegeln und Balken durch hinein und setzt sich fest. Heute, als ich wegen eines solchen hartnäckigen Gestankes mein Crosstraining abbrechen musste, hielt sich die Glocke draußen über zwei Stunden. Erst dann konnte ich alle Fenster aufreißen und mir wieder zu frischer Luft verhelfen.
Die Zeit in meiner geliebten, gemütlichen und einmalig günstigen Kniestockwohnung mitten in der Stadt neigt sich dem Ende zu. Hier zu leben schadet mir. Zu hohe Gestanksdichte.
Trainingsabbruch
Sonntag, 9. Dezember 2007Heute kurbelte ich friedlich vor mich hin, als plötzlich wieder dieser beißende Abgasgestank durch das offene Dachfenster kam. Uärgs, schleunigst dichtmachen! Kaum stand ich wieder auf dem Gerät, als mir das andere Fenster einfiel. Ich rannte hin und schloß es. Lange stand ich danach nicht mehr auf dem Trainer, denn diese Abgase oder was es denn nun ist, erfüllten beide Zimmer. Zwangsläufig atmete ich sie ein, schön tief auch noch beim Bewegen. Das erbaut die kranke Lunge! Also brach ich ziemlich angeödet das Training ab und schloß die Tür zu diesen Zimmern. Es ließ so bald nicht nach, daher gab ich es auf und stieg halbtrainiert mit Hustenreiz unter die Dusche. In der Kategorie Körperlichkeiten schreibe ich gleich noch mehr zu Gestank in der Wohnung.