Unter dem Link zum Direktvertrieb meiner geliebten stabilen roten Stapelboxen mit anscharniertem Deckel ist keine Bestellseite mehr zu erreichen. Was ist mit normkisten.de passiert? Ich war sehr zufrieden mit dieser Firma.
Artikel-Schlagworte: „Kisten“
normkisten.de
Donnerstag, 5. Februar 2009Kleinbildfilmimpressionen: Stapelboxen und Zeitungen III
Dienstag, 1. Juli 2008
Sind alle Pakete in die Wohnung geschafft, müssen die Beilagen auseinandergeklaubt und ausgelegt werden, so dass ich sie halbwegs bequem und schnell in die Zeitungen einsortieren kann. Auf dem Foto liegen acht von neun bereit, das ist sehr viel, in letzter Zeit habe ich meistens nur drei Beilagen. Außerdem fallen bei so vielen Paketen etliche Paketbänder an und Paketbänder sind biestig.
In der Mitte liegt die Rathaus-Zeitung, darauf sitze ich mit untergeschlagenen Beinen und arbeite den Halbkreis von links nach rechts ab. Die Prospekte stehen von meinem Platz aus gesehen auf dem Kopf, weil ich spätestens nach der fünfzigsten Wiederholung gekünstelten Modelgrinsens in Zuckungen verfalle. Links von mir steht jeweils eine der Stapelboxen bereit, rechts würde sie sich auch gut machen, das werde ich mal ausprobieren.
Rechts liegen die entbänderten und gleichseitig aufeinandergelegte Zeitungen, im Packen öffnen sie sich ab der Hälfte in die andere Richtung, das stört beim Einsortieren. Schräg links vorne sind die Stapel mit den Paketen zu sehen, die noch ausgepackt und mit Reklame versehen werden müssen. Auf diesen Fotos sind das nur noch die für den großen Innenstadtbezirk, bis Mitte Januar waren es noch etliche Pakete mehr.
Kleinbildfilmimpressionen: Stapelboxen und Zeitungen II
Montag, 30. Juni 2008
Die Zeitungen werden in unterschiedlich dicken Paketen vor der Haustür angeliefert, das hängt von der Anzahl der bereits enthaltenen Beilagen ab. Einheiten zu je fünfzig Stück bedeuten meist eine leichte Fuhre, die mächtig reklamelastigen Vorweihnachts – Exemplare kamen im extremsten Fall als Zwanzigerpacken bei mir an.
Die Prospekte sind in gesonderten Bündeln zusammengefasst, oft enthält eines zwei oder drei verschiedene Reklameblätter, sie sind nicht immer so turmbaufähig wie auf dem Foto rechts. (Der Nachbar ist übrigens doch nicht auf dem Bild gelandet.) Mit der Sackkarre fahre ich all die Pakete in Mohicains Wohnung, selten reicht eine Fuhre aus.
Dort muss ich zunächst alles stapeln, denn es ist sehr wenig Platz. Im Winter, als Mohicain in Spanien war, musste ich auch den Gasofen auf Touren bringen und fror gegen Ende trotzdem. Wem nur ein zugiger unbeheizter Hausflur zum Einsortieren zur Verfügung steht, der sollte sich dreimal überlegen, ob er eine solche Nebenbeschäftigung annehmen will. Bevor ich die Mengen gesehen und ihr Gewicht erfahren hatte, dachte ich noch allen Ernstes, ich könne an einem Tisch sitzend einsortieren oder die Lieferung eventuell in den dritten Stock schaffen.
Kleinbildfilmimpressionen: Stapelboxen und Zeitungen I
Samstag, 28. Juni 2008Zweiundzwanzig Stapelboxen- und Zeitungenfotos sind es geworden, mit fester Hand habe ich die miesesten aussortiert. Bei Kleinbildkameras ist das fertige Bild immer eine Überraschung, weil sie keinen Kontrollmonitor haben und sich weder die Schärfe noch sonst irgend etwas einstelllen lässt. Die Fotos der Tour vom fünften März sind nicht besonders gut, vermutlich ist der Espresso schuld. Aber den geplatzten Reifen und die zerbrochene Luftpumpe habe ich zur Dokumentation trotzdem gescannt. Und natürlich ein Portrait der Sackkarre mit den drei Kisten. Mein Scanner ist Anfang dieses Monats neun Jahre alt geworden, er arbeitet langsam und lärmig, scannt aber brav alles, was ich ihm unter die Klappe schiebe.
Links ein Gesamteindruck von den drei großen stabilen roten Stapelboxen mit anscharniertem Deckel, sie stehen im hinteren Teil des Hausflurs auf der Sackkarre. Mit drei gefüllten Kisten bekomme ich die Karre allerdings nicht über die ausgetretene Treppe im Hintergrund gezogen. Auch wegen der noch um zwei Stufen höheren Haustürtreppe lagere ich zwei der Kisten nach dem Befüllen vorn im Flur und baue den Turm auf dem Bürgersteig zusammen. Die vollgeladene Karre könnte bei einem ungeplant rasanten Abgang in Richtung Straße durchaus nichtsahnende Passanten umwerfen, daher trage ich die Stapelboxen lieber selbst dorthin.
Über die Treppe ziehe ich die Karre mit nur einer vollen Kiste, die mit einem Spanngurt befestigt ist. Rechts liegt die in drei Teile zerfallene Luftpumpe darauf, die vermeintlich kaputte Fußpumpe hat mich damals gerettet. Der Gurt ist mittlerweile etwas ausgeleiert, so dass die Kisten zum Rutschen neigen. Wenn sie voll und schwer sind, muss ich unterwegs immer mal wieder stehenbleiben und sie zurückschieben, denn wenn solch ein bis zu hundert Kilo schwerer Turm ganz unversehens ins Fallen geriete, könnte ich ihn nicht mehr halten.
Dieses Ensemble zeigt meines Vaters Fußpumpe, die wunderbarerweise dann doch funktioniert hat, dazu der geplatzte Reifen und eine halbgefüllte Kiste. Diesen Reifen habe ich noch immer hier herumliegen, nur sein Kumpel ist in den Müll gewandert. Bei heißem Wetter stinkt die Dachkammer nach dem Gummi der vier Reifen, die nun dort liegen, zwei an der Karre, ein Ersatzreifen und der geplatzte.
Nächstes Mal gibt es dann die schönen Fotos. :D
Kistenschrift
Mittwoch, 20. Februar 2008Abteilung Kisten beschriften
Mein kleines bescheidenes kaum beworbenes Schwafel-Blog hat mittlerweile erstaunlich viele Leser. Die Triererinnen und Trierer unter ihnen werden bestätigen können, dass gestern (Dienstag) Prachtwetter mit Sonne bei jeder Menge Celsius herrschte. Heute (Mittwoch) dagegen ist es kalt, grau und es gießt immer mal wieder. Natürlich wurden mir und meinen Zeitungen zwei ergiebige Regengüsse beschert und ich kam triefnaß nach Hause oder jedenfalls nasser als die Zeitungen in ihren kuscheligen Kisten. Vor ein paar Tagen bin ich auf die naheliegende Idee gekommen, die weithin sichtbaren Kisten mit einem Hinweis auf meine Homepage zu verzieren. Dann kann wen’s interessiert nachschauen, was das für eine Frau ist, die da immer mit drei roten Kisten herumfährt, vorzugsweise bei Regen. Die ist ja ganz nass! Warum macht die das? Mag die das? Nä. :muede:
Mohicain, der Künstler im Hause, schnitt mir eigenhändig eine Schablone aus dem Stück Pappe, auf das ich mein leoaspekt.de ausgedruckt hatte. Trotz seines Rates, PE sei nicht zum Lackieren geeignet, trug ich zwei Schichten schwarzen Acryllack auf die auf eine der Kisten montierte Schablone auf. Na, geht doch! Nach langer Trocknungszeit hob ich die Pappe ab – und mit ihr auch den vollständigen Schriftzug. Nicht einmal ein Atom des Lackes blieb an der Kiste haften! Nachdem wir mit Lachen fertig waren, schnippelte ich den Lack aus meiner kostbaren Schablone und versuchte es mit einem gewöhnlichen Stift der Sorte ‘permanent marker’ nochmal – hält wunderbar. Ist nur etwas knibbelig wegen der penetrant an der Pappe haftenden Lackreste. Erstaunlich übrigens, wie viele Wörter die daraus ausgeschnittenen Buchstaben sonst noch so ergeben. Wir hatten eine Menge Spaß mit dieser Schablone. :wink:
Nachtrag: Erstaunlich, wie viele Leute Kisten beschriften möchten. Sind auch Sie via Google und Konsorten zu Altgruftipunk gelangt? Vielleicht finden Sie folgende Informationen hilfreich: Die Kisten bestehen aus PE. Der Stift war ein “edding 3000 permanent marker” in Schwarz, die Pappe eher festes Papier von 160g/m2. Mohicain hat die einzelnen Buchstaben mit Stegen versehen, sie bewahren innenliegende Bereiche, so dass z.B. einem ‘B’ nicht die Füllflächen in den beiden Wölbungen fehlen. Dann hat er mit einem Grafikermesser geschnitten, was einiger Übung bedarf. Mit einem spitzen Küchenmesser und Bedacht geht es vermutlich auch, weniger geeignet ist eine Schere. Die Farbe hält jedem Regen und auch Sonnenschein stand. Sie ist allerdings empfindlich gegen Kratzer und daher etwas abgenutzt an den Stellen, wo ich die Kisten beim Tragen immer gegen mich gestemmt habe, vom Reiben gegen die Kleidung. Tipp: Schablone aufbewahren, dann können Sie die Schrift ab und an auffrischen. Fotos von den Kisten gibt es inzwischen auch. Vorsicht, unscharf, da uralte Kleinbildfilmkamera. Mittlerweile trage ich keine Zeitungen mehr aus, Kisten und Karre gebe ich allerdings nicht wieder her.
Weiberlauf
Donnerstag, 31. Januar 2008Ich habe es getan! Nein, keine Leute zerlegt, der Witz ist doch von gestern. Zeitungen verteilt habe ich – an Weiberfasching!
Erwähnte ich bereits, daß es gestern beim ersten Verteilen zwar noch nicht geregnet, dafür aber gestürmt hat? So daß ich, da der Sturm sich als regenfest erwiesen hat, alle drei Touren mit tränenden Augen und penetrant laufender Nase absolvieren mußte? So geht das jedes Mal. Da ich nicht alle paar Meter einen Boxenstop einlegen und ein Tempo durchweichen möchte, lege ich große Teile der Strecke schniefend zurück, die Augen unnatürlich aufgerissen, damit die Tränen nicht laufen. (Vielleicht sollte ich ein Spendenkonto auf die Kisten drucken? Retten Sie einen Altgruftipunk! Konto 616 666 Sparkasse Trier) Allerdings treten diese Beeinträchtigungen meiner Fahrtüchtigkeit nur auf, solange ich dies tue: Die Karre schieben. Sobald ich verteile, geht es mir wunderbar.
Bin ich womöglich allergisch gegen die Farbe Rot? Sondern diese Stapelboxen ein kaum wahrnehmbares Fluidum ab, das mein hypersensitiver Geruchssinn nicht nachweisen kann, aber dennoch aufsässig als ‘reizend’ einstuft? Ih, was das denn – Nase an, Tränenwasser marsch! Reizendes Benehmen, wahrhaftig. An den zahlreichen Qualmwolken durchaus nicht mein Mitleid erregender Rauchermenschen, die drinnen nicht mehr dürfen und daher vermehrt im Freien dampfen, kann es nicht liegen. Die sind überall, am liebsten lauern sie vor Eingängen. Auch all die Autos und Laster, die in frühen Stunden die Fußgängerzone durchkreuzen, zahlreicher fast als die Menschen, denen sie eigentlich gewidmet ist, blasen mir ihre Abgase selten beim Schieben ins Gesicht. Vielleicht bewege ich mich einfach zu schnell?
Mein Tempo, sonst schon nicht gemächlich, war heute allerdings forciert. (Auf Neuschreib vermutlich vor Siehrt. :lachtot: ) Nachdem ich gestern meinen Vertriebsinspektor nicht hatte erreichen können, zog ich nach einer Wartezeit von zweieinhalb Stunden einfach mit dem los, was ich hatte. In Sturm und Regen, wie gesagt. Wieder einmal bewährten sich die stabilen roten Kisten, wasserdicht nicht nur wegen der anscharnierten Deckel. Nein, die sind auch ringsum geschlossen, da ich sie mit Vorbedacht ohne Durchgriffe bestellt habe. Statt dessen haben sie Griffleisten und da läuft nichts rein, auch wenn sie beim Schieben schrägstehen. Am liebsten hätte ich mich reingesetzt. Statt dessen kam ich tropfnass nach Hause und fand – die beiden fehlenden Zeitungspakete. Um 17 Uhr. Laut Mohicain wurden sie gegen 16 Uhr geliefert. Ich sortierte die Beilagen umgehend ein – und war an diesem Tag nicht mehr vor die Tür zu bringen. Zumal gegen 18 Uhr die ersten Läden schließen und die Zeitungen dann die Nacht im Freien verbringen.
Heute morgen hatte ich gegen halb neun Uhr aufbrechen wollen. Um zehn wird das Rathaus gestürmt, bei dem Wetter werden die Narren doch möglichst spät dorthingehen? Ich war früh wach und überlegte, daß ein handfester Faschingsfan vermutlich auch im Schneesturm loszieht. Außerdem sind die meisten alkoholdurchtränkt, die frieren nicht. Aber doch nicht morgens um halb neun? Äh, doch. Gerade morgens um halb neun, das ist doch der Witz an der Sache. Schließlich ist Fasching! Die werden da in hellen Heerscharen herumstolpern und so ‘lustig’ sein, wie man es hier in der Region dann wird. Schlaf’ weiter, verteil’ morgen in aller Ruhe! Das Argument war so schlagend, daß ich den Wecker abschaltete und mich in Bettdecke und Kissen eingrub. Hach, ist das gemütlich.
Leider war über der Diskussion ein anderer Hirnbereich wachgeworden. Der stellte sich lustige Narren der Region vor. Lautstark grölen, Leute anpöbeln, Briefkästen abfackeln, Mülltonnen umwerfen, gelbe Säcke zertrampeln, Flaschen zerdeppern … nee, heut’ ist ja Glasverbot, der Hauptmarkt ein Scherbenmeer letztes Jahr … wie will die Stadt das bloß unter Kontrolle bekommen … die Leute ziehen doch aus allen Richtungen ins Zentrum, über dutzende von Straßen, da leeren sie ihre Flaschen halt vorher und zerdeppern sie dort, in den Straßen … in den Straßen, durch die auch ich in meinen Bezirk ziehe, mit der Karre, die auf zwei luftbefüllten Reifen …
Gegen acht Uhr drei raste ich mit den Zeitungen durch die Allee. Die ersten Verkleideten standen wie ein Mahnmal gleich neben der Stelle, an der mein erster Reifen geplatzt war. Sie wirkten nüchtern, rauchten und stampften frierend mit den Füßen neben dem Kofferraum eines Autos. Na denn viel Spaß noch, das wird schon. Haben die Flaschen sicher im Auto verwahrt, sehr umsichtig. Oder waren das welche von den Leuten, die tatsächlich einfach nur fröhlich feiern wollen? Angeblich soll es die geben. Schön wär’s, mir begegnet immer nur die andere Sorte. Um die Ecke lief einer vor mir, soweit normal (und etwas dünn) gekleidet, eine Faschingsnase von der Hand baumelnd. Auf dem Domfreihof war nur der Bettler neben dem Portal bemerkenswert, der darf das, der ist nämlich echt. Gestern abend hatte ich ihn vermißt, war wohl selbst ihm zu ungemütlich draußen.
Endlich hatte ich mein Zeil erreicht. Die Straße wirkte recht harmlos. Ich verteilte los, sah in der Ferne eine junge Frau verschwinden, schick gekleidet Röckchen eng, aus dem Köpfchen dagegen wuchsen ein paar mächtige Hasenohren. Im Bei-O-Gait nahm eine Squaw das Wochenblatt entgegen. Fast alle anderen Läden waren noch geschlossen, die würden ihre Exemplare aber bald entdecken und einsammeln – falls nicht vorher die beiden rauchenden Bälger mit blechern plärrendem Mobiltelefon damit Unfug treiben würden. Als Teeny glaubte auch ich mich dem Tode nah ohne dieses eine Lied und das noch und und … überhaupt drei ganze Kasetten mit Musik, die ich in Prä-Walkman-Zeiten durchaus schon mal im Radiorecorder mit zur Schule zu nehmen pflegte. Mit solch lächerlichem Geschepper allerdings hätte ich mich niemals abgegeben. Und sei es noch so handlich.
Mit mir wimmelten da noch etliche Lieferanten herum, die wollen sicher auch nix wie weg. :flucht: Ich war in Rekordzeit fertig und rannte so schnell heimwärts, daß sich das Rot meiner Kisten ein wenig ins Blaue verschob. Ein Weiberlauf. Nicht ohne Grund, denn in der Straße zur Allee kamen mir etliche mit Hasenohren und sonstwie Dekorierte entgegen, weitere Details entgingen mir aufgrund meiner Geschwindigkeit. Schwitzend aber glücklich traf ich vor neun Uhr zuhause ein. Na los, feiert schon, ihr Narren, meinetwegen bis das Rathaus umfällt. Helau!
Zerr, reiß.
Mittwoch, 30. Januar 2008Heute war es wieder soweit. Gegen acht Uhr stapfte ich zur Haustür, weil ich von oben nicht so recht erkennen konnte, ob die Zeitungen schon da waren. Muß auch merkwürdig sein für die Leute vom Mietshaus gegenüber, wenn ich denen immer so in die Fenster spähe. Dabei sieht man gar nichts (ein Glück), mir geht es nur um die Spiegelung unserer Haustürtreppe. Tja, kein Spiegelbild, keine Zeitungen. (Wer schreit hier nach Vampir?) Zum Glück bin ich inzwischen eine erfahrene Zeitungsverteilerin und trat meinen Dienst ausgeschlafen an, nach cirka 9 Stunden auf dem Futon. Aber – menno, heute mittag soll es Regen geben! Treppe wieder hoch.
Bearbeitete ich halt die Unterlagen der Agentur für Arbeit, die ich gern mit ‘AgfA’ abkürze. Hab’ das alles zwar schon mal aufgefüllt, aber meinetwegen. Ob die das nun auf identischen Wortlaut prüfen? Danach sah ich aus dem Fenster, da stand ein weißer Transporter auf der Straße, wie der meiner Boten. Spiegelbild blieb diffus. Ach, ich zieh’ mir die warme Hose wieder über die Wohnungsleggings und laufe schnell runter, sicher ist sicher. Keine Zeitungen. Treppe wieder hoch, Hose aus. Rechner an. Irgendwas bewog mich, nochmals aus dem Fenster zu schauen. Rah, sie sind da! Hm, eigentlich war die Spiegelung doch ziemlich deutlich. Rechner wieder aus, Hose wieder an, Treppe wieder runter und die Sackkarre angeworfen.
Hurra, es waren mehr Beilagen einzusortieren. Von Haus aus lagen auch viel mehr Prospekte drin als letztes und vorletztes Mal, das gab zwei Touren heute. Ich war mir schon ganz dumm vorgekommen mit der auf eine Fahrt geschrumpften Austrägerei. Wenn sie nicht gerade vor einem lagen, schienen diese riesigen Stapel von Zeitungen und Zugaben schlechten Träumen anzugehören. Doch nein, es war real: Mit dem kleinen Bezirk wären es heute vier Fahrten gewesen. Nach dem traditionellen Fegen schleppte ich alles in Mohicains Bude. Hm, kleiner Stapel irgendwie. Naja, bei 40 Stück im Paket … ich sortierte so vor mich hin, guckte mir nach der ersten Kiste aber doch noch einmal den Lieferschein an. Nichts da 40, es waren nur 30 im Paket. Außerdem fehlten zwei davon. Ist das nun wieder die sukzessive Lieferung oder ein Versehen?
Ich füllte drei Kisten und entdeckte belustigt einige zersägte Reklameseiten. Die haben wohl schon Weiberfasching gefeiert in der Druckerei? Das Kichern blieb mir in der Kehle stecken. Weiberfasching? Das war morgen. Wenn die Pakete heute nicht kamen, dann …?! :gucker: Nein! Es gibt Dinge, die sind nicht zumutbar. Nicht zumutbar ist es zum Beispiel, an Weiberfasching in der Trierer Fußgängerzone Zeitungen verteilen zu sollen. Ich bin doch nicht närrisch! Hihi heiho. Nee, echt jetzt. An Fasching verbarrikadiere ich mich mit Lebensmittelvorräten unterm Dach und gehe nicht an die Tür. Und schon gar nicht auf die Straße. Lauter besoffene Idio- äh, Narren, da draußen. Faasebòze, wie man im Saarland sagen würde. Hört sich schon eklig an, irgendwie. Faasebòze? :kotz: Upps, sorry!
Die erste Ladung war schnell verteilt, bei ständiger Beobachtung der Reifen. Beide noch heil. Als versierte Wochenblattnerin bin ich auch schon längst dahintergekommen, daß es keinen Sinn macht, die Karre vor jedes Haus zu schieben und dann dort zu verteilen. Man parkt sie besser an einem Standort, von dem aus man so viele Häuser wie nur möglich erreicht, die Zeitungen auf dem Arm gestapelt. Wie so oft kamen beim Beladen auch heute wieder Leute auf mich zu und erbaten sich ein Exemplar. Aber gern, hier, bitteschön! Andere haben auf dem Briefkasten erbost klingende Aufkleber angebracht:
Kein Wochenblatt!
Keine Reklame!
Kein Amtsblatt!
So ist das mit dem Wochenblatt, man haßt oder man liebt es! *sinnier* Wer lacht hier? Könnte ich mich nicht an derlei Nichtigkeiten aufhalten, ich wäre längst durchgedreht bei dieser Arbeit. Soll ich lieber mit zusammengerollten Zeitungen auf Passanten losgehen, die ich nach erfolgreichem Niederknüppeln in – ah, es kommt wieder: stabile rote Stapelboxen abfülle, Deckel zu? Ja, eben. Dabei sind die Deckel sogar anscharniert. Mit Verschlüssen dran. Er wäre also kein Problem, da einen reinzustopfen, der noch zuckt, er kommt nicht wieder raus. Muß ihn nur klein genug kriegen. Zerr, reiß. Leute zerreißen, har. Wo bleibt nur die zweite Fuhre?
Und lautlos platzt das Gummirad
Mittwoch, 23. Januar 2008Nein? – Doch.
Argh? – Arrrrrgh! :motz:
Gestern hatte ein Supermarkt im Nachbarländchen ein Sortiment seltener Biersorten im Aktionsregal stehen. Für einen Bieretikettensammler wie Mohicain gab es da kein Vorbei und ich ließ mich mitreißen. Wo bekommt man schon ein Noiraude, welches se boit comme du petit lait, also nicht ein wenig nach Milch, sondern wie Molke schmeckt, mit passendem Kuh-Etikett … das mußte ich unbedingt noch am selben Abend probieren!
Das war schlecht. Das Bier nämlich. Wie schmeckt eigentlich Molke? Leicht säuerlich? Bis ich zuende probiert hatte, ob das nun so gehört oder verdorben ist, war schwuppdiwupp die Flasche leer. Trinkt sich Molke so? Sonderlich dunkel war’s übrigens auch nicht. Zum Trost gab es danach ein schwarzbraunes Leffe. Sauer macht nicht immer lustig, bei Bier ist es bloß bäh. Außerdem verderben bereits 0,33l die Nachtruhe, denn ich schlief schlecht und hängte aufgrund der zu erwartenden Anstrengung eine Stunde an. (In echt waren es sogar anderthalb. :pssst: ) So erschien heuer erst gegen halb zehn ein Altgruftipunk in der Haustür um die Zeitungsstapel einzusammeln und fühlte sich weniger grufti denn alt. Hatte wohl noch immer Bäh im Blut. 0,33l und so ergiebig. Den Zeitungsduft steckte ich heute weniger gut weg als sonst und war froh um die seit kurzem reduzierte Menge.
Die Karre bekam wieder ihre Luxusaufpumpung, Mohicain war so freundlich, übertrieb es aber nicht, umsichtiger Mann. So entschwebte ich förmlich, die komplette Lieferung im Gepäck, und es hat nicht mal geregnet. Dafür lief mir ununterbrochen die Nase und meine Augen tränten. Lag bestimmt am Bäh im Blut. Ich sag’s Ihnen, 0,33l die es in sich hatten! Denn schwach machten sie offenbar auch, just vor Triers sympathischster Buchhandlung kippte mir die Karre vornüber und stand. Etwas verdutzt, denn das Schieben war doch so leicht gewesen, nutzte ich die Pause, um schnell nochmal die Nase zu trösten. Packte die Karre und – glotzte. Der Mantel des linken Rades, des verbliebenen Originals, war über handspannenweit aufgeplatzt und der Schlauch quoll fett heraus. Oh nein. Nicht schon wieder!
Wenn ich das Ding bewegte, würde der Schlauch mit lautem Knall zerplatzen. Ich würde den Teufel tun und ein schußähnliches Geräusch in dieser belebten Fußgängerzone erzeugen. Kennen Sie gutbesuchte autofreie Zonen? Nehmen Sie das mal fünf und Sie haben die Trierer Simeonstraße. Womöglich entstünde eine Panik und der Mob trampelte mich platt! Also zerlegte ich mein Gefährt in seine Komponenten und schleppte sie vor das Schaufenster des benachbarten Brillenfachgeschäftes. Da standen sie nun, meine stabilen roten Boxen mit anscharniertem Deckel, patent gestapelt und bis zum Anschlag gefüllt. Ich stiefelte in den Buchladen und bat um Hilfe.
Sicher kennen Sie Triers nettesten Lesestoffanbieter? Neue gebundene Bücher kann ich mir schon seit Jahren nicht mehr leisten (Konnte ich das je?), darum nutze ich hier gern den genialen Lagerverkauf. Und was, liebe Trierer, tut der zur Zeit? Ja: Er zieht um! Unter Dauereinsatz der Sackkarre. :nosmile: Falls Sie es noch nicht gewußt haben sollten, Buch & Billig erwartet Sie ab 01. Februar in der Jakobstraße! Wenn Sie von der Sparda zum Zapotex flanieren, dürfte es linker Hand zu finden sein. Da man mich im Bücherladen kennt, hätte ich die ladeneigene Sackkarre an allen anderen Tagen gern ausleihen dürfen. Heute aber konnte man mir nur ein Telefonat anbieten. Ich erreichte Mohicain, der die Arbeit an seinem neuesten Onlinecomic-Special unterbrach und für mich in den Baumarkt fuhr. Ich war gerettet! Dankeschön, liebes Bücherladenteam! Dankeschön, lieber Mohicain!
Die Wartezeit verbrachte ich damit, im Brillenladen das zugestellte Schaufenster zu entschuldigen (was freundlich angenommen wurde), eine Rolle Mülltüten für die ordentliche Ablieferung der Zeitung auch an exponierten Stellen zu erstehen und zwei fette Ladungen Wochenzeitung auf meinem starken Arm bis zum Bezirk zu schleppen – er beginnt ja in Sichtweite – und schon mal zu verteilen. Keine Gedanke mehr an Bäh im Blut. Dann nahte ein Engel in Gestalt meines Comiczeichners und brachte den Reifen. Eigentlich hatte ich letztes Mal schon zwei davon kaufen wollen, hat nicht sollen sein. Dafür gab es diesmal zwei Reifen für sieben statt zehn Euro, auch was wert. (Da Mohicain keinen Vergleichsreifen hatte, konnte er sich nicht nach einer teureren und hoffentlich verläßlicheren Ausführung umsehen.) Ich montierte das frische Exemplar mit Hilfe der angeforderten Zange und Mohicain, umsichtigster aller Männer, hatte sogar eine Luftpumpe mit und pumpte es schwebetauglich auf.
Muß ich dazusagen, daß mir bei jedem Hopser der Karre, bei jedem Schlingern und Rumpeln der kalte Schweiß ausbrach und ich besorgt nach den Reifen schielte? So stellte ich zu im Schweiße meines Angesichts, bis die roten Kisten waren leer. Selbst dann noch verdächtigte ich die Reifen, die auf dem Pflaster des Domfreihofes unter der leeren Karre zu den lebensfrohen Sprüngen junger Kühe neigen. Niemals mehr werde ich vertrauensvoll diese Karre schieben können. Nein, dieser kleine Nebenjob steht unter keinem guten Stern … und doch, es hat weder geregnet noch mußte ich warten …
kleine Arbeit, kleine Probleme
Mittwoch, 16. Januar 2008Heute bin ich das Zeitungszustellen erstmals ganz entspannt angegangen. Statt um 6 Uhr aufzustehen, nur um dann bis 14 Uhr auf die Zeitungen zu warten, stieg ich ausgeruht gegen viertel nach 8 in die niederen Ebenen. Die Zeitungen lagen vor der Tür, so lob ich mir das. Da ich jetzt nur noch für den Innenstadtbezirk zuständig bin, war es auch kein so gewaltiger Berg mehr – zumal die Prospekte nicht nur mengenmäßig, sondern heute auch in der Größe stark geschrumpft sind seit der Weihnachterei. Einer brachte es gerade mal auf DIN A 6 und der hat am meisten genervt. Erst hielt ich die beiden Paketchen für zwei verschiedene Prospekte, trotz Packzettel. Nach der ersten halben Kiste Zeitungen bemerkte ich, daß es derselbe Miniprospekt ist, nur lag einer andersrum. Mein Goth, wie dämlich ist das denn?! Zur Strafe habe ich brav alle doppelt verteilten wieder rausgenommen. Doch der Kleine nervte beim Verteilen munter weiter, nämlich durch Rausfallen-und-sich-beim-Aufheben-Auffalten, argh! :wink:
Die heute so bescheidene Beilage brachte mich auf die Idee, die komplette Lieferung in meinen drei Kisten verstauen zu wollen. Es hat gepaßt! Ich gab der Sackkarre für die extraschwere Ladung eine Luxusaufpumpung, denn dann schiebt sich das Ding wie geölt. Und siehe, ich mußte erst mitten in der Simeonstraße (mit dem flachen, nichtsdestotrotz anstrengenden Pflaster) abstellen und auch das nur, weil mir die Nase lief, nicht weil mich die Kräfte verlassen hätten. Übrigens regnete es mal wieder, so ein lästiges Nieselgefissel. Ich stellte spontan meine Tour um, weil die zweite Innenstadtlieferung wegfiel – herrlich! – und legte im stärker werdenen Regen los. Am Anfang der Palaststraße goß es in Strömen und hörte auch so schnell nicht wieder auf. Den Zeitungen war das wurscht, die lagen kuschelig trocken in ihren – ja, jetzt kommts wieder: stabilen roten Stapelboxen mit anscharniertem Deckel! :smile:
Den Heimweg trat ich im Sonnenschein an. Und so früh vor allem! Wäre das immer dermaßen einfach gewesen, ich hätte mittlerweile womöglich einen zweiten Bezirk geordert und mich dann gewundert …
Regenschicht
Mittwoch, 9. Januar 2008Bis halb elf auf die Zeitungen warten ist öde? Ha, heute habe ich bis halb zwei gewartet und selbst dann kam nur ein Drittel. Etwas später war der Rest dann auch da. Ist das nun normal oder sind diese Boten ein Volk mit merkwürdigem Humor? Etliche Zeitungen schienen auch naß zu sein und gar nicht trocknen zu wollen, später wurde mir klar, daß das Fett ist. :gucker:
Wirklich naß war es dafür vor der Haustür: Verteilen im Dauerregen. Irgendwann merkt man ihn gar nicht mehr und trieft vor sich hin, als sei das ganz normal. Lediglich meine Nase ist von ‘muß-öfter-geputzt-werden’ zu ‘verstopft’ übergegangen und auch das erst im Laufe des Abends. Sieger des Tages sind drei dem Leser nicht unbekannte rote Kisten, stabil, stapelbar und mit anscharniertem Deckel. Der Inhalt blieb bei geschickter Handhabung tatsächlich trocken.
Peng!
Donnerstag, 3. Januar 2008Da von Beginn an ein Unstern über meiner Zeitungsausträgerei stand, beziehe ich die Desaster dieser Woche mal auf den Job und nicht aufs neue Jahr. :schiefguck: Gestern gegen halb elf klingelte es an meiner Tür. ‘Der Wochenspiegel ist da!’ verkündete jemand. Ich wetzte drei Stockwerke hinunter, erwischte den Boten noch und befand mich sogleich inmitten einer Kausalkette.
Mit Kausalketten hat man seinerzeit im Religionsunterricht versucht, uns auszutricksen. Man nehme ein Argument und mache es so schlagend, daß dem Kind keine Antwort mehr einfällt. Ihm bleibt nichts anderes übrig als zu glauben, aus purer Verlegenheit. Jede Antwort auf eine Frage, bewies man uns, wirft immer nur eine neue Frage auf. Woraus besteht der Körper? Aus Zellen. Woraus bestehen Zellen? Aus so Kleinkram. Woraus besteht so Kleinkram? Aus Atomen. Woraus bestehen Atome? Und so weiter. Hinter dem letzten ‘Warum?’ steckt das uns Unbegreifliche, die letzte Ursache. Gott ist unbegreiflich, folglich ist er die letzte Ursache. Hat mir noch nie eingeleuchtet. Das geht doch auch schneller. Was, zum Beispiel, ist am Fernsehen so toll, daß es alle tun? Mir unbegreiflich. Da haben wirs, Gott ist ein Plasma-TV. :ironie2:
Gestern wurde mir eine Kausalkette in wenigen ihrer Glieder sichtbar. Eines davon war ich: Ein Teil meines Innenstadtbezirkes hat die Zeitung erst heute morgen erhalten. Vielleicht hat deshalb Frau Mims erst heute vom Sonderangebot gelesen, dessen letztes Stück Frau Moms – Ätsch! – bereits gestern erworben hat, so daß Frau Mims vor Wut das Mittagessen versalzte, weshalb ihre Geliebte – und so weiter. Das war die eine Richtung. Schuld daran bin aber nicht ich, ich bin ja nicht Gott. Also das müssen Sie mir jetzt einfach mal glauben. Vielmehr geht es in der anderen Richtung ebenfalls weiter, denn mein Auslieferer hat meine Pakete zu spät gebracht. Grund dafür war noch lange nicht Gott, sondern der LKW, der die Auslieferer ihrerseits beliefert. Der hatte nicht alle Fuhren vollständig geladen. Ungefähr hier könnte die Kette in den Schatten der Druckerei zu liegen kommen. Vielleicht war ein Lagerist krank. Oder noch Sekt in der Presse, von Silvester. Und so weiter. In beide Richtungen erstreckt sich die Kausalkette womöglich bis in Unendliche. Aha, es gibt gar kein Ende. Kein Platz für einen Gott in diesem Ring!
Platz schuf sich heute die Luft. Nicht für Gott, sie gehorchte nur einfachen physikalischen Gesetzen. Glaube ich einfach mal. Sie befand sich nämlich im rechten Reifen meiner Sackkarre, dessen Mantel aufgerissen war. Ein Ring! Gottlos, fürwahr. Vermutlich beschädigt durch so Kleinkram, in den Sektbehältnisse hier zerfallen, nach Silvester. Mit dem Mut der Verzweiflung flickte ich provisorisch das Leck, aus dem der Mantel hervorquoll, und belud die Karre mit der letzten Fuhre. Der Notbehelf hielt immerhin bis zur Hälfte der Strecke, dann platzte der Reifen mit einem lauten Knall und die Karre stand. Ein gutes Stück vom Startpunkt meiner Verteilung entfernt. Was tun? Jemanden anrufen? Was hilft mir das? Ich probierte lieber mit der Karre herum und entdeckte, daß sie sich ziehen läßt. Man spreche mich in nächster Zeit bitte nicht auf die Schönheit glatter Pflastersteine an.
Für Einheimische: Ich zog das schwere Ding von der Sichelstraße in Höhe des winzigen Platzes, dessen Name ich mir nicht merken kann, über Sieh um Dich und den gepflasterten Domfreihof bis hinauf zu Am Breitenstein. Noch nie war mir so bewußt, das die Liebfrauenstraße ein Gefälle hat. In die andere Richtung ist das eine Steigung (Kein Ring!). Da meine Last einhändig viel zu schwer war – schließlich rollt ein geplatzter Reifen nicht wirklich – hatte ich mich davorgespannt und daher nicht bemerkt, daß die Kisten allmählich von der Schaufel rutschten. Bis die Karre Anstalten machte, hinter mir umzufallen. Ich bin nun nicht gerade schwächlich, aber nach dem Anstieg fehlte mir die Kraft, den fallenden Stapel hinter meinem Rücken aufzurichten, ich konnte nur den Sturz etwas abmildern. Sofort waren zwei freundliche junge Männer an meiner Seite und erboten sich, mein Gefährt wieder aufzurichten. Na sowas! :gucker: Ich lehnte vor Verblüffung erst ab, sah aber schnell ein, wie hilfreich dieses Angebot war. Zu dritt packten wir an, schon standen die Kisten wieder. Normkisten sei Dank, sie hatten trotz des kältebringenden fiesen Windes keinen Schaden genommen, die ollen Klappboxen wären mit Sicherheit zersplittert. Wegen der Deckel ist auch nichts herausgefallen. Nochmals vielen Dank an meine beiden Helfer! :smile:
Endlich hatte ich die Ladung vor Ort und verteilte, was das Zeug hielt. Ohne die Karre flog ich geradezu dahin und im Handumdrehen waren alle Zeitungen untergebracht. Heimziehen ging dann einhändig, ein Klacks, die Kisten plus Karre wiegen leer wenig mehr als 20 kg. Ich eilte nicht ohne Grund. Kaum war ich daheim, als der angekündigte Eisregen niederging. So hatte ich denn doch noch Glück im Unglück. Zum Bewerbungsgespräch wenig später kam ich zwangsläufig nicht so frisch und ausgeruht, wie ich mir das gedacht hatte. Außerdem hatte ich völlig überraschend eine weitere Einladung für nächste Woche Mittwoch erhalten und war wegen der platten Sackkarre nicht im mindesten dazu gekommen, darüber nachzudenken. Ich werde mich wohl etwas wirr angehört haben …
Routine
Freitag, 28. Dezember 2007Die Sondereinlage ‘Abfall-Fibel’ hat das Entstehen gewohnter Arbeitsabläufe zwar empfindlich gestört, nichtsdestotrotz zeigen sich erste Ansätze einer Routine. Ich sehe zu, daß bereits abends zuvor die Mehrheit meines Arbeitsgerätes im Erdgeschoß steht. Noch vor sieben Uhr verlasse ich das Futon, träume noch viel zu lange im Bad und stürze mich sodann auf die stets bereits vorhandene Lieferung von Zeitungs- und Prospektpaketen. Sind alle in Mohicains Wohnung thematisch sortiert gestapelt, lege ich die Mixmax-Prospekte im Halbkreis aus und sortiere sie nach kurzer Überprüfung in die Zeitungen, die sofort in die stabilen roten und danach ziemlich schweren Stapelboxen mit Scharnierdeckel kommen. Kaum ist eine Kiste befüllt, schon schleppe ich sie vor die Tür. Nur die erste befestige ich mit Mohicains Spanngurt an der Sackkarre. Die anderen beiden staple ich erst vor der Haustür darauf und sichere die oberste mit Expandern – alle drei sind mir für das Treppauf-Treppab des Hausflures viel zu schwer. Diese erste Ladung verteile ich frohgemut und schnell im kleinen Bezirk.
Zurück bei den Paketen wiederhole ich die Prozedur für den Innenstadt-Bezirk. Wie zuvor frage ich mich, wie ich diese Berge von Prospekten in die paar Bündel Zeitungen bekommen soll, doch es sind selten welche überzählig. Allerdings sind es diesmal pro Exemplar so viele, daß das Wochenblatt zum Umschlag verkommt und in 40er statt 50er-Einheiten ausgeliefert wird, weil es von Haus aus schon prospektlastig ist. Was nicht in die Kisten paßt, bildet ordentliche Stapel im Raum. Gegen Ende habe ich das Sortieren, das eigentlich Spaß macht, wie immer ziemlich satt. Ich versenke die unzähligen Paketbänder, die ich mit Wäscheklammern unter Kontrolle zu halten pflege, im gelben Sack, schrubbe mir die schwarzen Finger sauber und dann gibts Frühstück. Das schmeckt umso besser, weil der kleine Bezirk bereits versorgt ist.
Kaum verpflegt, stürze ich mich auf die erste Innenstadt-Tour. Letztes Mal hatte ich zu wenig Zeitungen dabei und mußte nochmals zur am allerweitesten entfernten Straße marschieren. Diesmal habe ich die Sackkarre überladen und ächze hinter dem monströs schweren Gefährt. Einmal verlassen mich beim ständigen Ausbalancieren auf dem unebenen Pflaster die Kräfte und sie kracht mir in den Stehmodus, doch den Kisten tut das nichts. Mir auch nicht, denn ich bin schon auf dem Hauptmarkt. Der ist proppevoll, obwohl viel mehr Freiraum ist ohne Weihnachtsmarkterei. Offenbar haben sich in dem einen Monat alle so an seine eingeschränkte Begehbarkeit gewöhnt, daß sie noch immer den eingetretenen Pfaden folgen. Die Mitte des Platzes bleibt fast leer, alle drängen sich an den Häuserfronten entlang.
Da sich bisher niemand beschwert hat, verteile ich meine übliche Ladenzeile, wie in meinem Plan verzeichnet. Wer stellt auf den drei anderen Seiten zu? Seltsamer Bezirk! Er endet hier mit der Grabenstraße und ich karre meine Schriften zum nächsten Abschnitt. Mit der mächtigen Fuhre komme ich viel weiter als letzten Mittwoch, bin aber auch erschöpfter. Auf dem Heimweg wiegt die leere Karre fast nichts und hüpft munter übers Pflaster. Ich belade sie neu und spare mir dabei die unterste Kiste. Beim zweiten Weg in die Innenstadt rächt sich das – im Verein mit meiner Ermüdung schiebt sich das oberlastig verteilte Gewicht nicht sehr gut, vor allem nicht über den holprig ansteigenden Domfreihof. Am Ziel parke ich die leuchtend roten Behältnisse und verteile ein paar Restbereiche. Die Kisten finde ich jedes Mal unangetastet wieder. Sie gefallen indes auch anderen Leuten, einmal kam in der Fußgängerzone ein Mann auf mich zu und erkundigte sich danach, wo es solche Kisten zu kaufen gebe. Ich schrieb es ihm auf: normkisten.de1. :smile:
Diese letzte Tour endet vor dem Bei-O-Gait, wo ich mir ein Feierabendbier und etwas zu essen kaufe. Das rumple ich mit letzter Kraft nach Hause und bin dann soweit bedient. Eine Kiste kommt mit nach oben (schließlich sind die Einkäfe drin), der Rest steht da gut bis morgen. Ausziehn, umziehn, frischmachen – und ab in den Sessel. Wenn ich das Bier zu früh öffne, reagiert es nervös und springt mir ins Gesicht. Alles, was ich jetzt noch will, ist Herumliegen und Lesen. Und früh ins Bett!
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Ersatzdeckel
Dienstag, 18. Dezember 2007Der Ersatzdeckel ist eingetroffen! Den habe ich erst mal mit Kiste eine Stunde lang im geheizten Zimmer stehen lassen. Plastik ist ein tückisch sprödes Material. Nun ist er montiert und morgen geht es wieder los – diesmal ohne lästigen rutschenden Deckel. Die kleinen Freuden des Arbeitslebens … :wink:
Morgenstund’
Donnerstag, 13. Dezember 2007Gestern belud ich meine Stapelboxen. Es war noch keine Zeitung drin, da ist schon eines der Plastikscharniere abgebrochen. Plastik …! :motz: Ich hatte lediglich den Deckel nicht angelehnt, sondern sanft ausbalanciert, weil nichts zum Anlehnen in der Nähe war. Das war schon zu viel für das Scharnier, kaum wandte ich mich ab, krachte der Deckel ab. Umso ärgerlicher ist das, weil ich gemeinhin von der umsichtigen Sorte bin und dort, wo ich die Kisten eigentlich belade, genug Anlehnmöglichkeiten sind. Seufz. Unverdrossen belud ich die Kisten so schwer, daß ich sie eben noch heben konnte. Stapeln mußte ich sie vor der Haustür, denn es gibt zwei kleine Treppen im Flur. Die ganze Geschichte dann schieben – auha! Ich glaube, Training im Verein mit Sturheit ermöglichten mir, diesen Berg auf den zentralen Platz der Fußgängerzone zu versetzen und die Karre nur zweimal abzusetzen – einmal zum Naseputzen und einmal an einer Ampel. Ohne Berg im Gepäck sind das fünf Minuten Fußweg.
Danach ging alles sehr schnell, vor allem wurde die erste Kiste rasch leer. Viel zu rasch. Mitte der vorletzten Straße waren alle Kisten leer. Kläglich klapperten die anscharnierten Deckel. Weil das letzte Mal so viele Zeitungen übrig waren, hatte ich diesmal weniger einsortiert, der Bezirk erlebte derweil offenbar eine wunderbare Vermehrung der Haustüren. Also ab nach Hause … menno. Ich sortierte ein weiteres Paket ein und hielt es für sehr schlau, es in die unterste Kiste zu tun und die Packen für den kleinen Bezirk in die beiden darüber. Da sie voll waren, gab ich den Überschuß noch zur unteren. Als ich wieder loszog hatte ich den Eindruck, drei Kisten voller Ziegelsteine zu schieben. Dezenter Kräfteschwund? Jedenfalls konnte ich die geplante schöne Schleife zurück zur Innenstadt nicht ausführen, denn dazu hätte ich zwei Bürgersteige überwinden müssen und das habe ich mit dem schweren Ding gar nicht erst versucht. Möchte mal wissen, was das gewogen hat? Jedenfalls mehr als ich und ich bin kein Leichtgewicht.
Als ich den kleinen, aber austrageintensiven Bezirk fertig hatte, waren die beiden oberen Kisten leer und ich schleppte mich wieder in die Fußgängerzone. Die verbleibende Kiste erschien mir unnatürlich schwer. Vielleicht lag es auch an dem Umweg, den ich machte, nur um nicht in das Weihnachtsmarktgedränge zu geraten. Das muß man gesehen haben, um es sich vorstellen zu können. Sackkarre durchschieben ist jedenfalls nicht möglich. Die Touristen werden busweise abgeladen und Einheimische verabreden sich auch gern in ganzen Gruppen. Dazwischen dann die arbeitende und einkaufende Bevölkerung oder die Leute mit Terminen bei den dutzenden von Ärzten, Anwälten etc. in diesem Viertel. – Endlich in der halbbelieferten Straße angelangt, ging es mir wieder gut und ich konnte fröhlich und flink meine Papiergabe an Frau und Mann bringen. Und ich verbrauchte den ganzen zusätzlichen Stapel plus den Überschuß vom kleinen Bezirk. Das alles hätte ich auf der ersten Tour nie im Leben in die Kisten bekommen, vom Bewegen dieser Masse ganz zu schweigen. Ich werde also immer zweimal laufen müssen, solange es so viele Prospekte gibt.
Weil mir der Geruch der Zeitungen beim Einsortieren diesmal nicht so gut bekommen ist, werde ich den kleinen Bezirk abgeben. Nun gilt es, eine/n Nachfolger/in für Mixmax- und Maxmoxstraße zu finden. Einmal werde ich wohl noch ranmüssen. So zum Beispiel heute. Am Montag erreichte mich ein Schreiben mit Anweisungen für die Verteilung der ‘Abfall-Fibeln’. Die enthalten alle Abfuhrtermine für die verschiedenen Müllsorten und eine Menge Infos zur Müllentsorgung. Die Heftchen sind sehr beliebt und sollen heute geliefert werden, daß ich das tun würde, war mir neu. Fein, daß die Firma mir das ‘schon’ drei Tage vorher sagt, natürlich habe ich einen sehr wichtigen Termin über den ganzen Vormittag. Willkommen zurück im Berufsleben.
Nun haben meine beiden Bezirke unterschiedliche Postleitzahlen und bekommen daher unterschiedliche Ausgaben der Fibel, deren eine Ladung bereits gestern abend gegen zehn Uhr vor der Tür lag. Ich hatte so eine Ahnung gehabt, nachgeschaut und sie in den vandalensicheren Flur geschafft. Heute morgen lag ich ab fünf Uhr wach und entwickelte den genialen Plan, im kleinen Bezirk vor dem Termin zu verteilen, zu dem ich gegen neun Uhr losmarschieren muß (ich bin die Frau ohne Auto und gut zu Fuß). Schlafen konnte ich sowieso nicht mehr. Gestiefelt und gespornt stieg ich kurz nach sieben zur Haustür herunter – keine Fibeln. Ich war mir ganz sicher gewesen, daß sie da liegen würden. Pech gehabt! Und deshalb sitze ich nun hier, habe mal wegen des Plastikscharniers angefragt und tippe, damit die Zeit vergeht …
Übrigens: Diese Kisten sind genial und genau so, wie ich es mir gedacht habe. Gegenüber dem letzten Mal war das Verteilen ein Fest! Natürlich hat es diesmal nicht geregnet …
Sie sind da!
Montag, 10. Dezember 2007Sie sind da, sie sind da! Drei wunderschöne große stabile und rote Boxen mit anscharniertem Deckel zieren derzeit meine Dachkammer. Sie passen alle zusammen auf die Sackkarre und fassen doppelt so viel wie die klapprigen Notbehelfe, sie sind rundum geschlossen, wirklich enorm dick und haben sogar Verschlüsse. Wow. :freu2:
P.S.: Stapelbar sind sie auch!