Unter dem Link zum Direktvertrieb meiner geliebten stabilen roten Stapelboxen mit anscharniertem Deckel ist keine Bestellseite mehr zu erreichen. Was ist mit normkisten.de passiert? Ich war sehr zufrieden mit dieser Firma.
Artikel-Schlagworte: „Stapelboxen“
normkisten.de
Donnerstag, 5. Februar 2009Kleinbildfilmimpressionen: Stapelboxen und Zeitungen III
Dienstag, 1. Juli 2008
Sind alle Pakete in die Wohnung geschafft, müssen die Beilagen auseinandergeklaubt und ausgelegt werden, so dass ich sie halbwegs bequem und schnell in die Zeitungen einsortieren kann. Auf dem Foto liegen acht von neun bereit, das ist sehr viel, in letzter Zeit habe ich meistens nur drei Beilagen. Außerdem fallen bei so vielen Paketen etliche Paketbänder an und Paketbänder sind biestig.
In der Mitte liegt die Rathaus-Zeitung, darauf sitze ich mit untergeschlagenen Beinen und arbeite den Halbkreis von links nach rechts ab. Die Prospekte stehen von meinem Platz aus gesehen auf dem Kopf, weil ich spätestens nach der fünfzigsten Wiederholung gekünstelten Modelgrinsens in Zuckungen verfalle. Links von mir steht jeweils eine der Stapelboxen bereit, rechts würde sie sich auch gut machen, das werde ich mal ausprobieren.
Rechts liegen die entbänderten und gleichseitig aufeinandergelegte Zeitungen, im Packen öffnen sie sich ab der Hälfte in die andere Richtung, das stört beim Einsortieren. Schräg links vorne sind die Stapel mit den Paketen zu sehen, die noch ausgepackt und mit Reklame versehen werden müssen. Auf diesen Fotos sind das nur noch die für den großen Innenstadtbezirk, bis Mitte Januar waren es noch etliche Pakete mehr.
Kleinbildfilmimpressionen: Stapelboxen und Zeitungen II
Montag, 30. Juni 2008
Die Zeitungen werden in unterschiedlich dicken Paketen vor der Haustür angeliefert, das hängt von der Anzahl der bereits enthaltenen Beilagen ab. Einheiten zu je fünfzig Stück bedeuten meist eine leichte Fuhre, die mächtig reklamelastigen Vorweihnachts – Exemplare kamen im extremsten Fall als Zwanzigerpacken bei mir an.
Die Prospekte sind in gesonderten Bündeln zusammengefasst, oft enthält eines zwei oder drei verschiedene Reklameblätter, sie sind nicht immer so turmbaufähig wie auf dem Foto rechts. (Der Nachbar ist übrigens doch nicht auf dem Bild gelandet.) Mit der Sackkarre fahre ich all die Pakete in Mohicains Wohnung, selten reicht eine Fuhre aus.
Dort muss ich zunächst alles stapeln, denn es ist sehr wenig Platz. Im Winter, als Mohicain in Spanien war, musste ich auch den Gasofen auf Touren bringen und fror gegen Ende trotzdem. Wem nur ein zugiger unbeheizter Hausflur zum Einsortieren zur Verfügung steht, der sollte sich dreimal überlegen, ob er eine solche Nebenbeschäftigung annehmen will. Bevor ich die Mengen gesehen und ihr Gewicht erfahren hatte, dachte ich noch allen Ernstes, ich könne an einem Tisch sitzend einsortieren oder die Lieferung eventuell in den dritten Stock schaffen.
Kleinbildfilmimpressionen: Stapelboxen und Zeitungen I
Samstag, 28. Juni 2008Zweiundzwanzig Stapelboxen- und Zeitungenfotos sind es geworden, mit fester Hand habe ich die miesesten aussortiert. Bei Kleinbildkameras ist das fertige Bild immer eine Überraschung, weil sie keinen Kontrollmonitor haben und sich weder die Schärfe noch sonst irgend etwas einstelllen lässt. Die Fotos der Tour vom fünften März sind nicht besonders gut, vermutlich ist der Espresso schuld. Aber den geplatzten Reifen und die zerbrochene Luftpumpe habe ich zur Dokumentation trotzdem gescannt. Und natürlich ein Portrait der Sackkarre mit den drei Kisten. Mein Scanner ist Anfang dieses Monats neun Jahre alt geworden, er arbeitet langsam und lärmig, scannt aber brav alles, was ich ihm unter die Klappe schiebe.
Links ein Gesamteindruck von den drei großen stabilen roten Stapelboxen mit anscharniertem Deckel, sie stehen im hinteren Teil des Hausflurs auf der Sackkarre. Mit drei gefüllten Kisten bekomme ich die Karre allerdings nicht über die ausgetretene Treppe im Hintergrund gezogen. Auch wegen der noch um zwei Stufen höheren Haustürtreppe lagere ich zwei der Kisten nach dem Befüllen vorn im Flur und baue den Turm auf dem Bürgersteig zusammen. Die vollgeladene Karre könnte bei einem ungeplant rasanten Abgang in Richtung Straße durchaus nichtsahnende Passanten umwerfen, daher trage ich die Stapelboxen lieber selbst dorthin.
Über die Treppe ziehe ich die Karre mit nur einer vollen Kiste, die mit einem Spanngurt befestigt ist. Rechts liegt die in drei Teile zerfallene Luftpumpe darauf, die vermeintlich kaputte Fußpumpe hat mich damals gerettet. Der Gurt ist mittlerweile etwas ausgeleiert, so dass die Kisten zum Rutschen neigen. Wenn sie voll und schwer sind, muss ich unterwegs immer mal wieder stehenbleiben und sie zurückschieben, denn wenn solch ein bis zu hundert Kilo schwerer Turm ganz unversehens ins Fallen geriete, könnte ich ihn nicht mehr halten.
Dieses Ensemble zeigt meines Vaters Fußpumpe, die wunderbarerweise dann doch funktioniert hat, dazu der geplatzte Reifen und eine halbgefüllte Kiste. Diesen Reifen habe ich noch immer hier herumliegen, nur sein Kumpel ist in den Müll gewandert. Bei heißem Wetter stinkt die Dachkammer nach dem Gummi der vier Reifen, die nun dort liegen, zwei an der Karre, ein Ersatzreifen und der geplatzte.
Nächstes Mal gibt es dann die schönen Fotos. :D
Rekordverteilung mit Gewitterflucht
Mittwoch, 25. Juni 2008Um zehn nach acht saß ich in Mohicains Wohnung und sortierte in jede Zeitung fünf Beilagen hinein, um viertel nach elf war ich zu Hause und hatte restlos alle verteilt. Zum beliebten Stilmittel Alliteration kann ich daher nichts sagen, die Zeit aber, die ist ein Rekord. Ich habe dreihundertachtzehn Stück Wochenblatt trotz extremer Schwüle schneller verteilt als mein Schatten und war danach so verschwitzt, dass ich meine Kleidung regelrecht von mir abschälen musste, die Dusche nahm ich kalt. (Das war zwar kernig, aber auch frei von Alternativen.) Dann fuhr mich mein freundlicher Gefährte zu einem Vorstellungsgespräch, denn wie beim Schlusstermin in der Metzgerei krachte draußen gerade ein mörderisches Gewitter vom Himmel. Endlich etwas Abkühlung!
Dieser Termin war der hauptsächliche Grund für meine Eile beim Verteilen, ich war außerdem nicht geneigt, die gegen Niederschlag empfindlichen Druckerzeugnisse Sturm und Hagel auszusetzen und sie damit womöglich in ihrer Funktionalität zu beeinträchtigen. Haben Sie schon mal versucht, eine klatschnasse Zeitung durchzublättern? Oder gar eine davongeflogene? Übrigens ließ ich mich bei aller Eile nicht davon abhalten, der netten Frau vom Andenkenstand in der Grabenstraße ein reserviertes Exemplar nachzuliefern, sie hatte nämlich noch geschlossen, als ich dort mit dem Verteilen begonnen habe. Ihr weiland über Nacht grantig gewordener Nachbar hat mittlerweile eine freundliche Frau an seiner Seite und ist längst nicht mehr so knatschig.
Vorgestellt habe ich mich in meinem Lieblings-Getränkemarkt. Leider sucht man dort einen Springer, der auch in den anderen Trierer Märkten aushelfen kann, wenn mal jemand ausfällt. Ohne Auto und die zum Fahren notwendige Sehtüchtigkeit bin ich dazu zu unflexibel. Übrigens hatte ich es tatsächlich versäumt, mich über das Unternehmen zu informieren, wie ich es sonst immer tue, das wird in Zukunft nicht mehr passieren. Weiterhin stattfinden werden dagegen meine wöchentlichen Zeitungstermine. Wenn der Thomassin im Fotowinkel des Drogeriemarktes einen länglichen Umschlag für mich hat erscheinen lassen, und wenn dieser Umschlag brauchbare Ergebnisse enthält, dann bekommen Sie in den nächsten Tagen Zeitungs- und Stapelboxenbilder zu sehen.
Neue Hausnummer
Mittwoch, 28. Mai 2008Rund hundert Kilo Wochenblatt habe ich diesmal verteilt, im Regen und im Sonnenschein, ich musste zweimal fahren, denn die Sonderbeilage war so dick, dass ich nicht alle Zeitungen in meine drei Kisten bekommen habe. Es war viel zu schwül, um im Regen die Jacke überzustreifen, die ich mitgenommen hatte, also beließ ich es bei der grausligen Baseballcap, die ich nach jedem Regenguss wieder abgesetzt habe. Zum Schluss sah ich völlig zerfleddert aus. Der Regen kam gar nicht richtig auf dem Boden an, die Zeitungen allerdings haben ihn gierig aufgesaugt, so dass sich meine großen roten Stapelboxen mit anscharniertem Deckel und ohne Grifflöcher wieder einmal bewähren durften.
Heute hat mir eine Bewohnerin der Palaststraße erklärt, dass die Tür in Kesselstatts Garten in Wahrheit der Eingang der Palaststraße 7 ist. Ich weiß noch, dass ich seinerzeit deswegen unsicher war, doch unter der Hausnummer 7 vorn an der Straße ist eine Reihe mit Klingeln, deren Namensschilder anders beschriftet sind als die der Klingelleiste neben der Tür in der Passage. Daher hielt ich die Tür für eine andere Adresse und die Palaststraße sieben für einen Fall von ‘nachweisbar nicht zustellfähig’, sowas gibt es öfter. Ich frage mich dann immer, wie die Leute ihre Post erhalten. Nun war dieses Haus seit Dezember ohne Wochenblatt und keiner hat was gesagt – die Politik der Logistikfirma ist ja, die Boten nicht einzuarbeiten, sondern die korrekte Verteilung über die Beschwerden zu regeln. Ich bin froh, dass die Frau mich angesprochen hat, Anrufe beim Verlag kommen bekanntlich nur zu einem Bruchteil bei der Verteilerfirma an. Ich werde für die Zukunft zehn Exemplare mehr ordern, damit ich für die Passanten, die so freundlich fragen, auch immer eines übrig habe.
Neu eingetroffen
Mittwoch, 16. April 2008Als ich heute die Sackkarre durch den Steingröver Weg schob und unterm Briefkasten die Bierflaschentrümmer sah, wurde mir klar, wie lange das mit den geplatzten Reifen schon her ist. Offenbar waren die von Haus aus montierten marode, die nachgekauften frisch. Meine Lieferung war vor acht Uhr da, vollständig, nur zwei Prospekte beizulegen. Erst hatte mich ein Schreiben erschreckt, das der Lieferung obenauf lag und mich aufforderte, alle Häuser aufzulisten, an die ich mehr als ein Wochenblatt liefere. Oje, was für eine Arbeit! Ein zweiter Blick belehrte mich, dass alle Haushalte aufzulisten sind – in meinem Fall also gar keiner, puh. Die Zeitungen passten gerade so eben in – he, das hatte ich schon lange nicht mehr: in die drei stabilen roten Stapelboxen mit anscharniertem Deckel. Achtundachtzig Kilo wog die heutige Fuhre, ohne Kisten und Sackkarre, versteht sich. Die Spendenbox fürs Kloster fehlte noch immer, dafür schien ab der Nagelstraße die Sonne.
Wieder einmal erbaten sich unterwegs Passanten Exemplare von mir, so dass ich alle restlos verteilen konnte, heute brauchte ich samt Beilegen der Prospekte und Einkauf nur viereinhalb Stunden – leider gibt’s auch wenig Geld für so kurze Touren. Auf dem Heimweg bog ich in der Kochstraße um die Kurve und wurde mit einer großen Tafel konfrontiert. Gefällige Kreideschrift verkündete: “Neu eingetroffen: Große Südafrikaner”. :gucker: Machte etwa mein Artikel zur Sklavenhaltung gerade Furore? Machte er nicht, ein Weinhaus präsentierte hier sein Angebot. Jetzt, zwei Stunden nach der Heimkehr, ist auf einmal mein rechtes Handgelenk verknackst, manche Bewegungen tun ganz schön weh. Ich hoffe, das legt sich wieder. Nun hab’ ich hier zwar kein Wochenblatt, erinnere mich aber an eine sozusagen unwillkürliche Alliteration auf dem Titelblatt: ‘Walser in Welschbillig’ – die ließ sich wohl kaum vermeiden, eher schon das ‘Papa-Prinzip’ in der Schlagzeile. Hurra, es alliteriert wieder!
Kistenschrift
Mittwoch, 20. Februar 2008Abteilung Kisten beschriften
Mein kleines bescheidenes kaum beworbenes Schwafel-Blog hat mittlerweile erstaunlich viele Leser. Die Triererinnen und Trierer unter ihnen werden bestätigen können, dass gestern (Dienstag) Prachtwetter mit Sonne bei jeder Menge Celsius herrschte. Heute (Mittwoch) dagegen ist es kalt, grau und es gießt immer mal wieder. Natürlich wurden mir und meinen Zeitungen zwei ergiebige Regengüsse beschert und ich kam triefnaß nach Hause oder jedenfalls nasser als die Zeitungen in ihren kuscheligen Kisten. Vor ein paar Tagen bin ich auf die naheliegende Idee gekommen, die weithin sichtbaren Kisten mit einem Hinweis auf meine Homepage zu verzieren. Dann kann wen’s interessiert nachschauen, was das für eine Frau ist, die da immer mit drei roten Kisten herumfährt, vorzugsweise bei Regen. Die ist ja ganz nass! Warum macht die das? Mag die das? Nä. :muede:
Mohicain, der Künstler im Hause, schnitt mir eigenhändig eine Schablone aus dem Stück Pappe, auf das ich mein leoaspekt.de ausgedruckt hatte. Trotz seines Rates, PE sei nicht zum Lackieren geeignet, trug ich zwei Schichten schwarzen Acryllack auf die auf eine der Kisten montierte Schablone auf. Na, geht doch! Nach langer Trocknungszeit hob ich die Pappe ab – und mit ihr auch den vollständigen Schriftzug. Nicht einmal ein Atom des Lackes blieb an der Kiste haften! Nachdem wir mit Lachen fertig waren, schnippelte ich den Lack aus meiner kostbaren Schablone und versuchte es mit einem gewöhnlichen Stift der Sorte ‘permanent marker’ nochmal – hält wunderbar. Ist nur etwas knibbelig wegen der penetrant an der Pappe haftenden Lackreste. Erstaunlich übrigens, wie viele Wörter die daraus ausgeschnittenen Buchstaben sonst noch so ergeben. Wir hatten eine Menge Spaß mit dieser Schablone. :wink:
Nachtrag: Erstaunlich, wie viele Leute Kisten beschriften möchten. Sind auch Sie via Google und Konsorten zu Altgruftipunk gelangt? Vielleicht finden Sie folgende Informationen hilfreich: Die Kisten bestehen aus PE. Der Stift war ein “edding 3000 permanent marker” in Schwarz, die Pappe eher festes Papier von 160g/m2. Mohicain hat die einzelnen Buchstaben mit Stegen versehen, sie bewahren innenliegende Bereiche, so dass z.B. einem ‘B’ nicht die Füllflächen in den beiden Wölbungen fehlen. Dann hat er mit einem Grafikermesser geschnitten, was einiger Übung bedarf. Mit einem spitzen Küchenmesser und Bedacht geht es vermutlich auch, weniger geeignet ist eine Schere. Die Farbe hält jedem Regen und auch Sonnenschein stand. Sie ist allerdings empfindlich gegen Kratzer und daher etwas abgenutzt an den Stellen, wo ich die Kisten beim Tragen immer gegen mich gestemmt habe, vom Reiben gegen die Kleidung. Tipp: Schablone aufbewahren, dann können Sie die Schrift ab und an auffrischen. Fotos von den Kisten gibt es inzwischen auch. Vorsicht, unscharf, da uralte Kleinbildfilmkamera. Mittlerweile trage ich keine Zeitungen mehr aus, Kisten und Karre gebe ich allerdings nicht wieder her.
Zerr, reiß.
Mittwoch, 30. Januar 2008Heute war es wieder soweit. Gegen acht Uhr stapfte ich zur Haustür, weil ich von oben nicht so recht erkennen konnte, ob die Zeitungen schon da waren. Muß auch merkwürdig sein für die Leute vom Mietshaus gegenüber, wenn ich denen immer so in die Fenster spähe. Dabei sieht man gar nichts (ein Glück), mir geht es nur um die Spiegelung unserer Haustürtreppe. Tja, kein Spiegelbild, keine Zeitungen. (Wer schreit hier nach Vampir?) Zum Glück bin ich inzwischen eine erfahrene Zeitungsverteilerin und trat meinen Dienst ausgeschlafen an, nach cirka 9 Stunden auf dem Futon. Aber – menno, heute mittag soll es Regen geben! Treppe wieder hoch.
Bearbeitete ich halt die Unterlagen der Agentur für Arbeit, die ich gern mit ‘AgfA’ abkürze. Hab’ das alles zwar schon mal aufgefüllt, aber meinetwegen. Ob die das nun auf identischen Wortlaut prüfen? Danach sah ich aus dem Fenster, da stand ein weißer Transporter auf der Straße, wie der meiner Boten. Spiegelbild blieb diffus. Ach, ich zieh’ mir die warme Hose wieder über die Wohnungsleggings und laufe schnell runter, sicher ist sicher. Keine Zeitungen. Treppe wieder hoch, Hose aus. Rechner an. Irgendwas bewog mich, nochmals aus dem Fenster zu schauen. Rah, sie sind da! Hm, eigentlich war die Spiegelung doch ziemlich deutlich. Rechner wieder aus, Hose wieder an, Treppe wieder runter und die Sackkarre angeworfen.
Hurra, es waren mehr Beilagen einzusortieren. Von Haus aus lagen auch viel mehr Prospekte drin als letztes und vorletztes Mal, das gab zwei Touren heute. Ich war mir schon ganz dumm vorgekommen mit der auf eine Fahrt geschrumpften Austrägerei. Wenn sie nicht gerade vor einem lagen, schienen diese riesigen Stapel von Zeitungen und Zugaben schlechten Träumen anzugehören. Doch nein, es war real: Mit dem kleinen Bezirk wären es heute vier Fahrten gewesen. Nach dem traditionellen Fegen schleppte ich alles in Mohicains Bude. Hm, kleiner Stapel irgendwie. Naja, bei 40 Stück im Paket … ich sortierte so vor mich hin, guckte mir nach der ersten Kiste aber doch noch einmal den Lieferschein an. Nichts da 40, es waren nur 30 im Paket. Außerdem fehlten zwei davon. Ist das nun wieder die sukzessive Lieferung oder ein Versehen?
Ich füllte drei Kisten und entdeckte belustigt einige zersägte Reklameseiten. Die haben wohl schon Weiberfasching gefeiert in der Druckerei? Das Kichern blieb mir in der Kehle stecken. Weiberfasching? Das war morgen. Wenn die Pakete heute nicht kamen, dann …?! :gucker: Nein! Es gibt Dinge, die sind nicht zumutbar. Nicht zumutbar ist es zum Beispiel, an Weiberfasching in der Trierer Fußgängerzone Zeitungen verteilen zu sollen. Ich bin doch nicht närrisch! Hihi heiho. Nee, echt jetzt. An Fasching verbarrikadiere ich mich mit Lebensmittelvorräten unterm Dach und gehe nicht an die Tür. Und schon gar nicht auf die Straße. Lauter besoffene Idio- äh, Narren, da draußen. Faasebòze, wie man im Saarland sagen würde. Hört sich schon eklig an, irgendwie. Faasebòze? :kotz: Upps, sorry!
Die erste Ladung war schnell verteilt, bei ständiger Beobachtung der Reifen. Beide noch heil. Als versierte Wochenblattnerin bin ich auch schon längst dahintergekommen, daß es keinen Sinn macht, die Karre vor jedes Haus zu schieben und dann dort zu verteilen. Man parkt sie besser an einem Standort, von dem aus man so viele Häuser wie nur möglich erreicht, die Zeitungen auf dem Arm gestapelt. Wie so oft kamen beim Beladen auch heute wieder Leute auf mich zu und erbaten sich ein Exemplar. Aber gern, hier, bitteschön! Andere haben auf dem Briefkasten erbost klingende Aufkleber angebracht:
Kein Wochenblatt!
Keine Reklame!
Kein Amtsblatt!
So ist das mit dem Wochenblatt, man haßt oder man liebt es! *sinnier* Wer lacht hier? Könnte ich mich nicht an derlei Nichtigkeiten aufhalten, ich wäre längst durchgedreht bei dieser Arbeit. Soll ich lieber mit zusammengerollten Zeitungen auf Passanten losgehen, die ich nach erfolgreichem Niederknüppeln in – ah, es kommt wieder: stabile rote Stapelboxen abfülle, Deckel zu? Ja, eben. Dabei sind die Deckel sogar anscharniert. Mit Verschlüssen dran. Er wäre also kein Problem, da einen reinzustopfen, der noch zuckt, er kommt nicht wieder raus. Muß ihn nur klein genug kriegen. Zerr, reiß. Leute zerreißen, har. Wo bleibt nur die zweite Fuhre?
Und lautlos platzt das Gummirad
Mittwoch, 23. Januar 2008Nein? – Doch.
Argh? – Arrrrrgh! :motz:
Gestern hatte ein Supermarkt im Nachbarländchen ein Sortiment seltener Biersorten im Aktionsregal stehen. Für einen Bieretikettensammler wie Mohicain gab es da kein Vorbei und ich ließ mich mitreißen. Wo bekommt man schon ein Noiraude, welches se boit comme du petit lait, also nicht ein wenig nach Milch, sondern wie Molke schmeckt, mit passendem Kuh-Etikett … das mußte ich unbedingt noch am selben Abend probieren!
Das war schlecht. Das Bier nämlich. Wie schmeckt eigentlich Molke? Leicht säuerlich? Bis ich zuende probiert hatte, ob das nun so gehört oder verdorben ist, war schwuppdiwupp die Flasche leer. Trinkt sich Molke so? Sonderlich dunkel war’s übrigens auch nicht. Zum Trost gab es danach ein schwarzbraunes Leffe. Sauer macht nicht immer lustig, bei Bier ist es bloß bäh. Außerdem verderben bereits 0,33l die Nachtruhe, denn ich schlief schlecht und hängte aufgrund der zu erwartenden Anstrengung eine Stunde an. (In echt waren es sogar anderthalb. :pssst: ) So erschien heuer erst gegen halb zehn ein Altgruftipunk in der Haustür um die Zeitungsstapel einzusammeln und fühlte sich weniger grufti denn alt. Hatte wohl noch immer Bäh im Blut. 0,33l und so ergiebig. Den Zeitungsduft steckte ich heute weniger gut weg als sonst und war froh um die seit kurzem reduzierte Menge.
Die Karre bekam wieder ihre Luxusaufpumpung, Mohicain war so freundlich, übertrieb es aber nicht, umsichtiger Mann. So entschwebte ich förmlich, die komplette Lieferung im Gepäck, und es hat nicht mal geregnet. Dafür lief mir ununterbrochen die Nase und meine Augen tränten. Lag bestimmt am Bäh im Blut. Ich sag’s Ihnen, 0,33l die es in sich hatten! Denn schwach machten sie offenbar auch, just vor Triers sympathischster Buchhandlung kippte mir die Karre vornüber und stand. Etwas verdutzt, denn das Schieben war doch so leicht gewesen, nutzte ich die Pause, um schnell nochmal die Nase zu trösten. Packte die Karre und – glotzte. Der Mantel des linken Rades, des verbliebenen Originals, war über handspannenweit aufgeplatzt und der Schlauch quoll fett heraus. Oh nein. Nicht schon wieder!
Wenn ich das Ding bewegte, würde der Schlauch mit lautem Knall zerplatzen. Ich würde den Teufel tun und ein schußähnliches Geräusch in dieser belebten Fußgängerzone erzeugen. Kennen Sie gutbesuchte autofreie Zonen? Nehmen Sie das mal fünf und Sie haben die Trierer Simeonstraße. Womöglich entstünde eine Panik und der Mob trampelte mich platt! Also zerlegte ich mein Gefährt in seine Komponenten und schleppte sie vor das Schaufenster des benachbarten Brillenfachgeschäftes. Da standen sie nun, meine stabilen roten Boxen mit anscharniertem Deckel, patent gestapelt und bis zum Anschlag gefüllt. Ich stiefelte in den Buchladen und bat um Hilfe.
Sicher kennen Sie Triers nettesten Lesestoffanbieter? Neue gebundene Bücher kann ich mir schon seit Jahren nicht mehr leisten (Konnte ich das je?), darum nutze ich hier gern den genialen Lagerverkauf. Und was, liebe Trierer, tut der zur Zeit? Ja: Er zieht um! Unter Dauereinsatz der Sackkarre. :nosmile: Falls Sie es noch nicht gewußt haben sollten, Buch & Billig erwartet Sie ab 01. Februar in der Jakobstraße! Wenn Sie von der Sparda zum Zapotex flanieren, dürfte es linker Hand zu finden sein. Da man mich im Bücherladen kennt, hätte ich die ladeneigene Sackkarre an allen anderen Tagen gern ausleihen dürfen. Heute aber konnte man mir nur ein Telefonat anbieten. Ich erreichte Mohicain, der die Arbeit an seinem neuesten Onlinecomic-Special unterbrach und für mich in den Baumarkt fuhr. Ich war gerettet! Dankeschön, liebes Bücherladenteam! Dankeschön, lieber Mohicain!
Die Wartezeit verbrachte ich damit, im Brillenladen das zugestellte Schaufenster zu entschuldigen (was freundlich angenommen wurde), eine Rolle Mülltüten für die ordentliche Ablieferung der Zeitung auch an exponierten Stellen zu erstehen und zwei fette Ladungen Wochenzeitung auf meinem starken Arm bis zum Bezirk zu schleppen – er beginnt ja in Sichtweite – und schon mal zu verteilen. Keine Gedanke mehr an Bäh im Blut. Dann nahte ein Engel in Gestalt meines Comiczeichners und brachte den Reifen. Eigentlich hatte ich letztes Mal schon zwei davon kaufen wollen, hat nicht sollen sein. Dafür gab es diesmal zwei Reifen für sieben statt zehn Euro, auch was wert. (Da Mohicain keinen Vergleichsreifen hatte, konnte er sich nicht nach einer teureren und hoffentlich verläßlicheren Ausführung umsehen.) Ich montierte das frische Exemplar mit Hilfe der angeforderten Zange und Mohicain, umsichtigster aller Männer, hatte sogar eine Luftpumpe mit und pumpte es schwebetauglich auf.
Muß ich dazusagen, daß mir bei jedem Hopser der Karre, bei jedem Schlingern und Rumpeln der kalte Schweiß ausbrach und ich besorgt nach den Reifen schielte? So stellte ich zu im Schweiße meines Angesichts, bis die roten Kisten waren leer. Selbst dann noch verdächtigte ich die Reifen, die auf dem Pflaster des Domfreihofes unter der leeren Karre zu den lebensfrohen Sprüngen junger Kühe neigen. Niemals mehr werde ich vertrauensvoll diese Karre schieben können. Nein, dieser kleine Nebenjob steht unter keinem guten Stern … und doch, es hat weder geregnet noch mußte ich warten …
kleine Arbeit, kleine Probleme
Mittwoch, 16. Januar 2008Heute bin ich das Zeitungszustellen erstmals ganz entspannt angegangen. Statt um 6 Uhr aufzustehen, nur um dann bis 14 Uhr auf die Zeitungen zu warten, stieg ich ausgeruht gegen viertel nach 8 in die niederen Ebenen. Die Zeitungen lagen vor der Tür, so lob ich mir das. Da ich jetzt nur noch für den Innenstadtbezirk zuständig bin, war es auch kein so gewaltiger Berg mehr – zumal die Prospekte nicht nur mengenmäßig, sondern heute auch in der Größe stark geschrumpft sind seit der Weihnachterei. Einer brachte es gerade mal auf DIN A 6 und der hat am meisten genervt. Erst hielt ich die beiden Paketchen für zwei verschiedene Prospekte, trotz Packzettel. Nach der ersten halben Kiste Zeitungen bemerkte ich, daß es derselbe Miniprospekt ist, nur lag einer andersrum. Mein Goth, wie dämlich ist das denn?! Zur Strafe habe ich brav alle doppelt verteilten wieder rausgenommen. Doch der Kleine nervte beim Verteilen munter weiter, nämlich durch Rausfallen-und-sich-beim-Aufheben-Auffalten, argh! :wink:
Die heute so bescheidene Beilage brachte mich auf die Idee, die komplette Lieferung in meinen drei Kisten verstauen zu wollen. Es hat gepaßt! Ich gab der Sackkarre für die extraschwere Ladung eine Luxusaufpumpung, denn dann schiebt sich das Ding wie geölt. Und siehe, ich mußte erst mitten in der Simeonstraße (mit dem flachen, nichtsdestotrotz anstrengenden Pflaster) abstellen und auch das nur, weil mir die Nase lief, nicht weil mich die Kräfte verlassen hätten. Übrigens regnete es mal wieder, so ein lästiges Nieselgefissel. Ich stellte spontan meine Tour um, weil die zweite Innenstadtlieferung wegfiel – herrlich! – und legte im stärker werdenen Regen los. Am Anfang der Palaststraße goß es in Strömen und hörte auch so schnell nicht wieder auf. Den Zeitungen war das wurscht, die lagen kuschelig trocken in ihren – ja, jetzt kommts wieder: stabilen roten Stapelboxen mit anscharniertem Deckel! :smile:
Den Heimweg trat ich im Sonnenschein an. Und so früh vor allem! Wäre das immer dermaßen einfach gewesen, ich hätte mittlerweile womöglich einen zweiten Bezirk geordert und mich dann gewundert …
Regenschicht
Mittwoch, 9. Januar 2008Bis halb elf auf die Zeitungen warten ist öde? Ha, heute habe ich bis halb zwei gewartet und selbst dann kam nur ein Drittel. Etwas später war der Rest dann auch da. Ist das nun normal oder sind diese Boten ein Volk mit merkwürdigem Humor? Etliche Zeitungen schienen auch naß zu sein und gar nicht trocknen zu wollen, später wurde mir klar, daß das Fett ist. :gucker:
Wirklich naß war es dafür vor der Haustür: Verteilen im Dauerregen. Irgendwann merkt man ihn gar nicht mehr und trieft vor sich hin, als sei das ganz normal. Lediglich meine Nase ist von ‘muß-öfter-geputzt-werden’ zu ‘verstopft’ übergegangen und auch das erst im Laufe des Abends. Sieger des Tages sind drei dem Leser nicht unbekannte rote Kisten, stabil, stapelbar und mit anscharniertem Deckel. Der Inhalt blieb bei geschickter Handhabung tatsächlich trocken.
Peng!
Donnerstag, 3. Januar 2008Da von Beginn an ein Unstern über meiner Zeitungsausträgerei stand, beziehe ich die Desaster dieser Woche mal auf den Job und nicht aufs neue Jahr. :schiefguck: Gestern gegen halb elf klingelte es an meiner Tür. ‘Der Wochenspiegel ist da!’ verkündete jemand. Ich wetzte drei Stockwerke hinunter, erwischte den Boten noch und befand mich sogleich inmitten einer Kausalkette.
Mit Kausalketten hat man seinerzeit im Religionsunterricht versucht, uns auszutricksen. Man nehme ein Argument und mache es so schlagend, daß dem Kind keine Antwort mehr einfällt. Ihm bleibt nichts anderes übrig als zu glauben, aus purer Verlegenheit. Jede Antwort auf eine Frage, bewies man uns, wirft immer nur eine neue Frage auf. Woraus besteht der Körper? Aus Zellen. Woraus bestehen Zellen? Aus so Kleinkram. Woraus besteht so Kleinkram? Aus Atomen. Woraus bestehen Atome? Und so weiter. Hinter dem letzten ‘Warum?’ steckt das uns Unbegreifliche, die letzte Ursache. Gott ist unbegreiflich, folglich ist er die letzte Ursache. Hat mir noch nie eingeleuchtet. Das geht doch auch schneller. Was, zum Beispiel, ist am Fernsehen so toll, daß es alle tun? Mir unbegreiflich. Da haben wirs, Gott ist ein Plasma-TV. :ironie2:
Gestern wurde mir eine Kausalkette in wenigen ihrer Glieder sichtbar. Eines davon war ich: Ein Teil meines Innenstadtbezirkes hat die Zeitung erst heute morgen erhalten. Vielleicht hat deshalb Frau Mims erst heute vom Sonderangebot gelesen, dessen letztes Stück Frau Moms – Ätsch! – bereits gestern erworben hat, so daß Frau Mims vor Wut das Mittagessen versalzte, weshalb ihre Geliebte – und so weiter. Das war die eine Richtung. Schuld daran bin aber nicht ich, ich bin ja nicht Gott. Also das müssen Sie mir jetzt einfach mal glauben. Vielmehr geht es in der anderen Richtung ebenfalls weiter, denn mein Auslieferer hat meine Pakete zu spät gebracht. Grund dafür war noch lange nicht Gott, sondern der LKW, der die Auslieferer ihrerseits beliefert. Der hatte nicht alle Fuhren vollständig geladen. Ungefähr hier könnte die Kette in den Schatten der Druckerei zu liegen kommen. Vielleicht war ein Lagerist krank. Oder noch Sekt in der Presse, von Silvester. Und so weiter. In beide Richtungen erstreckt sich die Kausalkette womöglich bis in Unendliche. Aha, es gibt gar kein Ende. Kein Platz für einen Gott in diesem Ring!
Platz schuf sich heute die Luft. Nicht für Gott, sie gehorchte nur einfachen physikalischen Gesetzen. Glaube ich einfach mal. Sie befand sich nämlich im rechten Reifen meiner Sackkarre, dessen Mantel aufgerissen war. Ein Ring! Gottlos, fürwahr. Vermutlich beschädigt durch so Kleinkram, in den Sektbehältnisse hier zerfallen, nach Silvester. Mit dem Mut der Verzweiflung flickte ich provisorisch das Leck, aus dem der Mantel hervorquoll, und belud die Karre mit der letzten Fuhre. Der Notbehelf hielt immerhin bis zur Hälfte der Strecke, dann platzte der Reifen mit einem lauten Knall und die Karre stand. Ein gutes Stück vom Startpunkt meiner Verteilung entfernt. Was tun? Jemanden anrufen? Was hilft mir das? Ich probierte lieber mit der Karre herum und entdeckte, daß sie sich ziehen läßt. Man spreche mich in nächster Zeit bitte nicht auf die Schönheit glatter Pflastersteine an.
Für Einheimische: Ich zog das schwere Ding von der Sichelstraße in Höhe des winzigen Platzes, dessen Name ich mir nicht merken kann, über Sieh um Dich und den gepflasterten Domfreihof bis hinauf zu Am Breitenstein. Noch nie war mir so bewußt, das die Liebfrauenstraße ein Gefälle hat. In die andere Richtung ist das eine Steigung (Kein Ring!). Da meine Last einhändig viel zu schwer war – schließlich rollt ein geplatzter Reifen nicht wirklich – hatte ich mich davorgespannt und daher nicht bemerkt, daß die Kisten allmählich von der Schaufel rutschten. Bis die Karre Anstalten machte, hinter mir umzufallen. Ich bin nun nicht gerade schwächlich, aber nach dem Anstieg fehlte mir die Kraft, den fallenden Stapel hinter meinem Rücken aufzurichten, ich konnte nur den Sturz etwas abmildern. Sofort waren zwei freundliche junge Männer an meiner Seite und erboten sich, mein Gefährt wieder aufzurichten. Na sowas! :gucker: Ich lehnte vor Verblüffung erst ab, sah aber schnell ein, wie hilfreich dieses Angebot war. Zu dritt packten wir an, schon standen die Kisten wieder. Normkisten sei Dank, sie hatten trotz des kältebringenden fiesen Windes keinen Schaden genommen, die ollen Klappboxen wären mit Sicherheit zersplittert. Wegen der Deckel ist auch nichts herausgefallen. Nochmals vielen Dank an meine beiden Helfer! :smile:
Endlich hatte ich die Ladung vor Ort und verteilte, was das Zeug hielt. Ohne die Karre flog ich geradezu dahin und im Handumdrehen waren alle Zeitungen untergebracht. Heimziehen ging dann einhändig, ein Klacks, die Kisten plus Karre wiegen leer wenig mehr als 20 kg. Ich eilte nicht ohne Grund. Kaum war ich daheim, als der angekündigte Eisregen niederging. So hatte ich denn doch noch Glück im Unglück. Zum Bewerbungsgespräch wenig später kam ich zwangsläufig nicht so frisch und ausgeruht, wie ich mir das gedacht hatte. Außerdem hatte ich völlig überraschend eine weitere Einladung für nächste Woche Mittwoch erhalten und war wegen der platten Sackkarre nicht im mindesten dazu gekommen, darüber nachzudenken. Ich werde mich wohl etwas wirr angehört haben …
Routine
Freitag, 28. Dezember 2007Die Sondereinlage ‘Abfall-Fibel’ hat das Entstehen gewohnter Arbeitsabläufe zwar empfindlich gestört, nichtsdestotrotz zeigen sich erste Ansätze einer Routine. Ich sehe zu, daß bereits abends zuvor die Mehrheit meines Arbeitsgerätes im Erdgeschoß steht. Noch vor sieben Uhr verlasse ich das Futon, träume noch viel zu lange im Bad und stürze mich sodann auf die stets bereits vorhandene Lieferung von Zeitungs- und Prospektpaketen. Sind alle in Mohicains Wohnung thematisch sortiert gestapelt, lege ich die Mixmax-Prospekte im Halbkreis aus und sortiere sie nach kurzer Überprüfung in die Zeitungen, die sofort in die stabilen roten und danach ziemlich schweren Stapelboxen mit Scharnierdeckel kommen. Kaum ist eine Kiste befüllt, schon schleppe ich sie vor die Tür. Nur die erste befestige ich mit Mohicains Spanngurt an der Sackkarre. Die anderen beiden staple ich erst vor der Haustür darauf und sichere die oberste mit Expandern – alle drei sind mir für das Treppauf-Treppab des Hausflures viel zu schwer. Diese erste Ladung verteile ich frohgemut und schnell im kleinen Bezirk.
Zurück bei den Paketen wiederhole ich die Prozedur für den Innenstadt-Bezirk. Wie zuvor frage ich mich, wie ich diese Berge von Prospekten in die paar Bündel Zeitungen bekommen soll, doch es sind selten welche überzählig. Allerdings sind es diesmal pro Exemplar so viele, daß das Wochenblatt zum Umschlag verkommt und in 40er statt 50er-Einheiten ausgeliefert wird, weil es von Haus aus schon prospektlastig ist. Was nicht in die Kisten paßt, bildet ordentliche Stapel im Raum. Gegen Ende habe ich das Sortieren, das eigentlich Spaß macht, wie immer ziemlich satt. Ich versenke die unzähligen Paketbänder, die ich mit Wäscheklammern unter Kontrolle zu halten pflege, im gelben Sack, schrubbe mir die schwarzen Finger sauber und dann gibts Frühstück. Das schmeckt umso besser, weil der kleine Bezirk bereits versorgt ist.
Kaum verpflegt, stürze ich mich auf die erste Innenstadt-Tour. Letztes Mal hatte ich zu wenig Zeitungen dabei und mußte nochmals zur am allerweitesten entfernten Straße marschieren. Diesmal habe ich die Sackkarre überladen und ächze hinter dem monströs schweren Gefährt. Einmal verlassen mich beim ständigen Ausbalancieren auf dem unebenen Pflaster die Kräfte und sie kracht mir in den Stehmodus, doch den Kisten tut das nichts. Mir auch nicht, denn ich bin schon auf dem Hauptmarkt. Der ist proppevoll, obwohl viel mehr Freiraum ist ohne Weihnachtsmarkterei. Offenbar haben sich in dem einen Monat alle so an seine eingeschränkte Begehbarkeit gewöhnt, daß sie noch immer den eingetretenen Pfaden folgen. Die Mitte des Platzes bleibt fast leer, alle drängen sich an den Häuserfronten entlang.
Da sich bisher niemand beschwert hat, verteile ich meine übliche Ladenzeile, wie in meinem Plan verzeichnet. Wer stellt auf den drei anderen Seiten zu? Seltsamer Bezirk! Er endet hier mit der Grabenstraße und ich karre meine Schriften zum nächsten Abschnitt. Mit der mächtigen Fuhre komme ich viel weiter als letzten Mittwoch, bin aber auch erschöpfter. Auf dem Heimweg wiegt die leere Karre fast nichts und hüpft munter übers Pflaster. Ich belade sie neu und spare mir dabei die unterste Kiste. Beim zweiten Weg in die Innenstadt rächt sich das – im Verein mit meiner Ermüdung schiebt sich das oberlastig verteilte Gewicht nicht sehr gut, vor allem nicht über den holprig ansteigenden Domfreihof. Am Ziel parke ich die leuchtend roten Behältnisse und verteile ein paar Restbereiche. Die Kisten finde ich jedes Mal unangetastet wieder. Sie gefallen indes auch anderen Leuten, einmal kam in der Fußgängerzone ein Mann auf mich zu und erkundigte sich danach, wo es solche Kisten zu kaufen gebe. Ich schrieb es ihm auf: normkisten.de1. :smile:
Diese letzte Tour endet vor dem Bei-O-Gait, wo ich mir ein Feierabendbier und etwas zu essen kaufe. Das rumple ich mit letzter Kraft nach Hause und bin dann soweit bedient. Eine Kiste kommt mit nach oben (schließlich sind die Einkäfe drin), der Rest steht da gut bis morgen. Ausziehn, umziehn, frischmachen – und ab in den Sessel. Wenn ich das Bier zu früh öffne, reagiert es nervös und springt mir ins Gesicht. Alles, was ich jetzt noch will, ist Herumliegen und Lesen. Und früh ins Bett!
1 Nachtrag: Link deaktiviert, da Seite leider nicht mehr aktiv.
Ersatzdeckel
Dienstag, 18. Dezember 2007Der Ersatzdeckel ist eingetroffen! Den habe ich erst mal mit Kiste eine Stunde lang im geheizten Zimmer stehen lassen. Plastik ist ein tückisch sprödes Material. Nun ist er montiert und morgen geht es wieder los – diesmal ohne lästigen rutschenden Deckel. Die kleinen Freuden des Arbeitslebens … :wink: