“Tornados möglich” meldet der Deutsche Wetterdienst.
Obige Grafik ist nur ein Screenshot. Das Original, die Warnkarte, wird ständig aktualisiert.
Artikel-Schlagworte: „Unwetter“
In Trier bitte Helme tragen
Montag, 12. Juli 2010Unwetterwarnung
Montag, 10. März 2008Könnte ich Geräusche aufnehmen und im Blog veröffentlichen, dann könnten Sie heute per Mausklick hören, welchen Lärm der Sturm hier unterm Dach veranstaltet. :gucker: Das jault und heult, die Blechverkleidung der vorderen Gaubenfenster rasselt und scheppert, die Blechfenster nach hinten raus knarzen, ich habe schon zwei Rundgänge gemacht um nachzusehen, ob sie noch alle da sind. Es zieht stark am Boden, angelehnte Türen öffnen sich von selbst, obwohl alle Fenster fest verriegelt sind, manchmal scheinen die Dachbalken leicht zu federn. Die Leute in der Wohnung unter mir haben heute ihren lärmigen Tag, jedesmal, wenn es laut rumst, denke ich, es ist etwas aufs Dach gefallen.
Ob so ein Sturm auch eine Gasetagenheizung ausblasen kann, nicht nur Ölöfen? Eigentlich will ich es gar nicht wissen. Wenn das Dach abhebt, sitze ich vollständig im Freien. Ich stelle mir vor, wie alle meine Bücher und Comics in einer Spirale gen Himmel steigen, das Häuflein schwarze Klamotten hinterher. Sie dachten, hier gebe es keine Tornados? Falsch vermutet, im Sommer 2005 hat uns einer heimgesucht, Mohicain ist Augenzeuge. Er hat ihn anrücken sehen, ich war damals noch glückliche Gastwirtin im vermeintlichen Kollektiv und musste an diesem Abend ab 18 Uhr arbeiten. Ich musste prinzipiell arbeiten, wenn etwas los war, und nach Hause kam ich erst lange danach. Deshalb hat Mohicain mich nach dem Unwetter angerufen um mir zu sagen, dass meine Wohnung noch steht und nicht allzu nass geworden ist. Weil in der Kneipe gleichzeitig die Hölle losbrach (wie immer, wenn man es nicht brauchen kann, der Keller stand nämlich hoch unter Wasser), hat er seine Beobachtungen für mich aufgeschrieben. Er hat sicher nichts dagegen, dass ich sie hier wiedergebe. Auf etwas anderes als Abtippen kann ich mich bei dem Krach sowieso nicht konzentrieren …
Hier also Mohicains Beobachtungen:
„Leo hat sich wohl noch nicht richtig eingearbeitet, als schon ein paar vereinzelte Tropfen fielen. Nun ja, wenn’s so bleibt, kann sie ja die Hoftheke trotzdem aufmachen. Um 18:57 begann es dann doch etwas mehr zu regnen und zu donnern, obwohl es doch gar nicht sooo schwarz war. Es begann auch bald, richtig zu schütten. Das war eigentlich ein ganz nettes Gewitter, mit ergiebigem Regen – ups, im Moment steht die Feuerwehr vor der Tiefgarage vom Apartmentklotz – und ich dachte, wie so oft war’s das mit der Unwetterwarnung Daraufhin las ich noch ein bisschen, aber Du kennst mich ja, alle 10 Minuten schau ich nach Eifel und Hunsrück, ob das wirklich schon alles war. Nach einer gewissen Zeit sah ich dann wieder ein schwarzes Band am Horizont, auf der Wetterseite, die wir dann abkriegen. So las ich noch ein bisschen, vielleicht 5 Minuten, bis ich noch einmal nachschaute, ob es auch hier herüberzieht.
Was ich dann sah, hab ich noch nie gesehen. Es war ein relativ schmales, schwarzes Wolkenband, das sich superschnell näherte. Von wo kommt es? – Es kommt von vorne. Nein, es kommt von rechts. Nein, von vorne. Von rechts. Plötzlich sah ich zu meinem nicht geringen Erschrecken, da die Wolke nun näher war, dass sie um sich selbst kreiste. An der Unterseite hingen 3 – 4 ‚Wolkenstalagtiten’, die mit irrsinnigem Tempo um sich selbst rotierten. Ich war wie gebannt, das ist die Vorstufe von einem Tornado. Die Wolke wusste nur noch nicht, wo sie den Rüssel ausstrecken sollte und sie war noch nicht da. Dahinter sah ich einen grauen Vorhang. Ich stürzte, die Fenster zu schließen, die, beim ersten Gewitter verrammelt, nun wieder offen waren. Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln. Danach geh ich wieder zum Fenster, um zu schauen, was passiert. Ich kucke, unser Nachbar von gegenüber kuckt, es fallen die ersten Tropfen … woooosh, ich bin naß und geh zurück, seh aus den Augenwinkeln nur noch den Nachbar in Deckung gehen … Den Rest weißt Du, doch hielt sich der Wassereinbruch wie gesagt in Grenzen. Leid tun mir nur die, die es erwischt, wenn die Wolke sich entschieden hat, wo sie jetzt den Rüssel ausfährt. Da war eine unglaubliche Energie drin.“
